Fair Play, Toleranz, Offenheit – nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch im Alltag. Dafür steht „Spirit of Football“ aus Erfurt.

Es ist ein ungewöhnlicher Verein mit einem ungewöhnlichen Namen, der 2005 kurz vor der WM in Deutschland ins Leben gerufen wird. „Spirit of Football“ heißt er, gegründet hat ihn der gebürtige Neuseeländer Andrew Aris. „Fußball ist ein völkerverbindendes Element, und so eine WM vor Ort ein einmaliges Erlebnis. Wir wollten Erfurt wegen seiner zentralen Lage zu einer Art Fanstation machen“, sagt der ehemalige Rot-Weiß-Fußballer in der „Thüringer Allgemeinen“. Aus der Idee ist mehr geworden als eine Fanstation. Und zwar ein Sportverein, der nicht Tabellenführer sein will, sondern Fairness, Offenheit und Respekt in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellt. Das Ziel: mehr Toleranz und Miteinander – sowohl auf dem Fußballplatz als auch in der Gesellschaft.

Heute zählt der Verein rund 40 aktive, meist studentische Mitglieder. Alle vier Jahre organisiert er WM-Reisen nach dem Motto „Ein Ball, eine Welt“, bei denen Wissen über andere Kulturen vermittelt wird. Darüber hinaus gibt es auch alltägliche Angebote wie Workshops an Schulen oder Sportprogramme rund um Fußball, bei denen Spaß und Fair Play wichtiger sind als ein Sieg. Das neueste Projekt nennt sich „Spirit of Welcome“. Es wendet sich an Geflüchtete. „Wir treten an sie heran, organisieren gemeinsame Feste und Treffen, wie kürzlich am Uni-Campus. Auch hier helfen der Fußball und andere Aktivitäten, Menschen verschiedener Kulturen zusammenzubringen“, sagt Aris. Sie sollen sich in Erfurt zu Hause fühlen. Geflüchtete können selbst aktiv an bestehenden Projekten mitarbeiten.

Der Verein lädt auch zu interkulturellen Abenden im Wächterhaus und im Stadtteilzentrum am Herrenberg ein. Die Zusammenkünfte sollen dabei helfen, den Kontakt zu den Anwohnern auf- und die Furcht vor dem Fremden abzubauen. Für seine Arbeit wurde der Verein im März 2017 mit dem DFB-Integrationspreis ausgezeichnet. Und auch 2018 wird ein besonderes Jahr für „Spirit of Football“ – dann startet die WM in Russland. „The Ball“ wird wieder auf Reisen gehen. Startpunkt der Tour, die alle vier Jahre zur Fußball-WM stattfindet, ist England – das Ursprungsland des „Spirit of Football“-Gedankens. Von dort aus geht es einmal quer durch Europa bis nach Russland. Auch einige Akteure aus Erfurt sind dabei. Das Motto diesmal: Mitgefühl.