Taekwondo-Kämpfer Alexander Bachmann holte 2017 bei der WM in  Südkorea als erster
Deutscher in seiner Gewichtsklasse den Titel.  
Jetzt träumt er von Olympia.

Taekwondo ist eine traditionelle Kampfsportart aus Korea und besteht aus drei Silben, die für drei Bestandteile stehen: „Tae“ ist die Fußtechnik, „kwon“ die Handtechnik, und „do“ steht für den Weg. Alexander Bachmanns Weg zum Taekwondo beginnt, als er sieben Jahre alt ist. Sein Vater nimmt ihn eines Tages in das Taekwondo Center in Stuttgart mit, in dem schon sein Bruder trainiert. Der junge Alexander bleibt dabei. Er besucht eine gemischte Sportschule, damit er weiter trainieren kann.

„Die Fußballer hatten morgens zwei Stunden schulfrei zum Trainieren, ich musste immer in die Stunden und hatte nur abends Zeit für Taekwondo“, sagt der 23-Jährige heute. Wenn seine Mitschüler feiern, trainiert er. Feilt an seiner Präzision und Dynamik. Taekwondo ist eine schnelle Kampfsportart mit umfangreicher Beinarbeit zur Abwehr und zum Angriff. Bachmanns hartes Training lohnt sich, jetzt geht alles Schlag auf Schlag. 2013 gewinnt er bei den Europameisterschaften eine Bronzemedaille, kurz darauf wird er Deutscher Meister. 2014 der erste große internationale Wettkampf: Bachmann kämpft bei den US Open in Las Vegas.

Für das Flugticket hat er zwei Monate gearbeitet. „Ich dachte, ich gehe da hin und werde verhauen“, sagt er und lacht. Schließlich ist es sein erstes großes internationales Turnier. Doch es kommt anders: Bachmann gewinnt eine Runde nach der anderen. Plötzlich steht er sogar im Finale. Obwohl der gebürtige Stuttgarter dort verliert, prägt das Erlebnis seine weitere Karriere. Denn der Sportler selbst und sein Trainer merken: Da geht noch mehr. 2017 wird er über die Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft im südkoreanischen Muju nominiert.

Diesmal geht er nach fünf Kämpfen an zwei Tagen als Sieger hervor. Er bezwingt den Weltranglistenersten Wladislaw Larin und wird erster deutscher Weltmeister in seiner Gewichtsklasse bis 87 Kilogramm. Kein Grund, sich auszuruhen. Ganz im Gegenteil: Derzeit nimmt Bachmann an einem Sportförderprogramm der Bundeswehr teil, trainiert zweimal am Tag und ist auf der Suche nach neuen Sponsoren. Denn sein großes Ziel steht fest: „Ich hoffe, an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio teilnehmen zu können.“

Weitere Infos: Taekwondo Center Stuttgart e. V., Stojan Babic, tkd-stuttgart.de