Mit André Breitenreiter machte Hannover 96 den direkten Wiederaufstieg perfekt. Der 44-Jährige Trainer steht dabei wie kaum ein anderer für den Fußball in der Region. Er ist Hannoveraner auch und durch. 

Das Dortmunder Westfalenstadion im September 1991: Der hochfavorisierte BVB hat im DFB-Pokal den Zweitligisten Hannover 96 zu Gast. Und es läuft wie am Schnürchen für die Schwarzgelben; bereits zur Halbzeit führt das Team von Trainer Ottmar Hitzfeld mit 2:0. Doch nach der Pause dreht der Gast aus Niedersachsen plötzlich auf. In der 71. Minute fällt der Anschlusstreffer. Und dann schlägt die Stunde eines absoluten Nobodys: Der gerade einmal 17 Jahre alte André Breitenreiter, erst Mitte der zweiten Halbzeit eingewechselt, trifft in der 82. Minute zum immens wichtigen Ausgleich. Nun beginnt Dortmund zu zittern. Und kurz vor dem Abpfiff markiert Jörg-Uwe Klütz den Siegtreffer. Die „Roten“ sind weiter und werden nun von einer Euphoriewelle durch den Wettbewerb getragen – bis sie im Finale auch Borussia Mönchengladbach schlagen. Ein Zweitligist hat den DFB-Pokal gewonnen: die Sensation!

Für den in Langenhagen geborenen und dann über die Jugend des HSC Hannover zu den 96ern gewechselten Breitenreiter bleibt es allerdings der einzige Titel als Profifußballer. Nach Stationen unter anderem beim Hamburger SV und dem VfL Wolfsburg lässt er seine Karriere schließlich 2010 beim TSV Havelse in Garbsen ausklingen. Dort beginnt „Breite“ dann auch seine Trainerlaufbahn – zumindest beinahe. Denn genau genommen steht er mit viel Spaß an der Sache zunächst bei der F-Jugend des TuS Altwarmbüchen an der Seitenlinie, jenem Verein, in dem auch seine Kinder mit dem Fußballspielen angefangen haben. Bereits hier stellt sich mit Breitenreiters Einstellung nach einer erdrückenden Niederlagenserie augenblicklich der Erfolg ein.

Rund vier Jahre später lässt der Trainer dann Fußballdeutschland aufhorchen, als er den SC Paderborn sensationell in die Bundesliga führt. Es folgt eine Saison beim FC Schalke 04 und dann im März 2017 der Amtsantritt bei Hannover 96. Breitenreiter selbst beschreibt sein Traineramt hier als „Herzensangelegenheit“. Schließlich war und ist sein Familienmittelpunkt stets die Region Hannover: Tochter Clara spielt mit dem TSV Bemerode in der Oberliga, Sohn Emil ist großer Hannover-Fan und schläft sogar in 96-Bettwäsche. Emil hatte sich übrigens in einem „Sportschau“-Beitrag schon zur Paderborner Zeit des Papas für einen Wechsel an die Leine ausgesprochen: „Ich würde mich freuen, wenn er mal Trainer bei 96 wird. Aber er muss das entscheiden: Ich bin nicht sein Boss – er ist mein Vater!“

Infos zum Verein: www.hannover96.de