Grosse Klappe, viel dahinter: Bob Hanning hat als Manager der Füchse Berlin den Handball in der Stadt wieder in die Erfolgs­spur gebracht

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ob Hanning ist ein Getriebener. Einer, für den das alte Olli-Kahn-­Motto gilt: „Weiter, immer weiter.“ Einer, dem der Sportstandort Berlin vielleicht mehr zu verdanken hat als Hertha BSC oder Alba Berlin. Aber von vorne: Handball in Berlin war viele Jahre eine Randerscheinung, und man übertreibt nicht mit der Behauptung, dass Minigolf-­Turniere zeitweise mehr Zuschauer angezogen haben als ein Handballspiel in der Hauptstadt. Sicher, es gab die Reinickendorfer Füchse, aber die legten nach 1986 einen steilen Abstieg hin, bis in die Bedeutungslosigkeit der Oberliga.

Mit Bob Hanning wurde ab 2005 alles anders. Und vor allem: neu. Der gebürtige Essener konnte bereits auf eine passable Karriere im Handball zurückblicken. Er hatte als Assistenz an der Seite von Ex-Nationaltrainer Heiner Brand und drei Jahre als Chefcoach beim HSV Handball gearbeitet. Nun also, im Sommer 2005, sollte er den darbenden Berliner Handballverein als Manager wieder nach oben führen. Ein Mammutprojekt, das größer schien als der Bau des Berliner Flughafens. Der erste Schritt war eine Umbenennung von Reinickendorfer Füchse in Füchse Berlin. Die ersten Erfolge waren der Aufstieg in die Bundesliga und die Verpflichtung von Konrad Wilczynski, der gleich in der ersten Bundesliga-Saison mit 237 Treffern Torschützenkönig wurde.

Bald wurde es voller bei den Spielen. Gegen die Top-Teams der Liga war die 9.000 Zuschauer fassende Max-Schmeling-Halle regelmäßig ausverkauft. Und als sich das Team 2011 erstmals für die Champions League qualifizierte, verlieh der damalige Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit dem Füchse-Macher Hanning den Verdienstorden. Aber es kam noch besser: 2014 wurden die Füchse Pokalsieger, danach gewannen sie den EHF-Europa­pokal und zweimal in Folge die Klub-WM.Läuft also für Bob Hanning. Und zwar auf allen Ebenen, denn der Mann, der schon Manager, Trainer und Co-Kommentator im Fernsehen war, ist seit 2013 auch Vizepräsident des Deutschen Handballbundes. Seine Freunde nennen ihn wegen seiner anpackenden Art „Bob, der Baumeister“. Seine Kritiker sprechen wegen seiner großen Klappe und seiner geringen Körpergröße – Hanning ist nur 1,68 Meter groß – vom „Handball-Napoleon“. Oder unken, dass er genauso wie Jürgen Klopp eine Haartransplantation hinter sich hat.

So oder so: Hanning ist ein Reformer. Einer, der anpackt. Vielleicht ist daher der Vergleich mit Klopp der passendste von allen. Wer sich vom Ergebnis überzeugen möchte, kann das etwa am 26. März in der Max-Schmeling-Halle tun, dann treffen die Füchse im Europapokal auf RD Ribnica.

Termine & Infos:  www.fuechse.berlin

Aufmacherfoto © imago/Sven Simon