Göttingens Box-Talent Konstantin Cernov hat ein klares Ziel vor Augen: Die Teilnahme an Olympia 2020 in Japan

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er Beste in Deutschland ist Kon­stantin Cernov bereits. Zwei Deutsche Meistertitel bei den Junioren hat sich der Boxer vom ASC 46 Göttingen bereits erkämpft. „Doch wer mich kennt, weiß, dass ich viel mehr gewinnen will“, sagt der junge Mann, der im Mai seinen 17. Geburtstag feiert. Cernov holt zum großen Schlag aus: Erst soll Europa von ihm erfahren, später dann die ganze Welt.

Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio sind das erklärte Ziel des Deutsch-Russen. Eine Teilnahme sei nicht unrealistisch, bescheinigen ihm Box-Experten. Doch selbst zukünftige Olympioniken müssen hin und wieder auf lokalen Veranstaltungen ihr Können demonstrieren. Mehr ist die Deutsche Meisterschaft, die im Juni in Köln ausgerichtet wird, für Cernov inzwischen nicht. „Alles andere als der erste Platz wäre eine herbe Enttäuschung“, sagt das Talent im Brustton der Überzeugung. Gleiches gilt für den renommierten ­Brandenburg-Cup. Für Cernov ist entscheidend, sich nun auch im internatio­nalen Vergleich zu behaupten.

Edelmetall bei der Europameisterschaft im Herbst ist die Zielvorgabe für den Nationalkader-Athleten mit dem Berufswunsch Profiboxer. Dafür bringt der Zehntklässler, der 2004 mit seiner Familie aus der Nähe von Wolgograd nach Deutschland übersiedelte, vermeintlich große Opfer. Denn eigentlich sieht der fleißige Kämpfer das tägliche Training nicht als Plackerei an. „Ich habe bestenfalls eine Stunde Freizeit am Tag, aber das macht nichts. Boxen ist ein gewaltiger Spaß“, betont Cernov. Da der schlaksige Linksausleger in die Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm aufgestiegen ist, steht jetzt zusätzlich Krafttraining auf dem Programm. Masse aufbauen, aber dabei nicht an Schnelligkeit einbüßen, ein schwieriger Spagat. Besonders für jemanden, der flinke Aktionen zu seinen herausragenden Qualitäten zählt. „Gegen schwerere Kontrahenten muss ich im Infight etwas entgegensetzen können und gleichzeitig viel Druck ausüben“, erläutert Cernov, der sich stilistisch an seinem Idol, dem ukrainischen Federgewichts-Cham­pion Wassyl Lomatschenko, orientiert.

„Ich bin überzeugt, dass ich meine Ziele mit hartem Training erreichen werde“, unterstreicht der Youngster selbstbewusst. Überheblichkeit schwingt in seinem Benehmen zu keinem Zeitpunkt mit. Darauf achten seine Trainer Gegham Hakobyan und Ibrahim Öztürk, denen Cernov viel Respekt und Dankbarkeit zollt.
Er wünsche sich, dass „Konsti ein guter Mensch, ein General der Gesellschaft“ werde, sagt Hakobyan. Sein talentierter Schützling ist auf dem besten Weg dahin. Einem langen Weg, der am Ende nach Tokio führen soll.

Weitere Infos: www.asc46.de/sportangebote/boxen

Aufmacherfoto © Swen Pförtner