„LIEGT SCHNEE IN BRAUNSCHWEIG, ZIEHT DER NUSSBERG DIE RODELFANS DER LÖWEN-STADT MAGISCH AN.“

Wo finden Hobbysportler im Braunschweiger Winter die Action, nach der sie suchen? Henning Thobaben empfiehlt zum Einstieg Bergläufe im Schnee. Der begeisterte Hobbykicker umkreist für die „Braunschweiger Zeitung“ täglich seine Geburtsstadt und scannt die Szene der Bewegungshungrigen. Die kommen auch bei Schnee und Eis auf spannende Ideen. Schon mal von Eis-Canyoning gehört? Der Trend kann in Goslar getestet werden. Wichtig dabei: Neoprenanzug nicht vergessen! Auch Eisschwimmen und Snowtubing gehören für Thobaben zu den wintersportlichen Highlights der Region. Wo und wie die neuen Sportarten ausprobiert werden können? Und wie kommt man nach dem Sport wieder runter in den Wellness-Modus? Henning Thobaben baut Schneemänner mit seinen beiden Söhnen oder fährt mit ihnen zum Rodeln auf den Nußberg. Ein weiterer Tipp: Nach Winterspaziergängen heißen Kakao genießen. Oder ganz gemütlich in der Sauna der Wasserwelt schwitzen. Ab Dezember steht natürlich der Weihnachtsmarkt mit gebrannten Mandeln und Apfelglühwein hoch im Kurs!

Berglauf

Sag nicht, wir hätten dich nicht gewarnt: Die gut 42 Kilometer beim jährlichen Brocken-Marathon am 14. Oktober haben es schon in sich. Der Lauf gilt als einer der härtesten in Deutschland. Wer sich hier die Laufschuhe schnürt, sollte sehr gut trainiert sein. Über 1.000 Höhenmeter gilt es zu überwinden. Doch es geht noch härter: und zwar beim 80-km-Ultramarathon am 10. Februar auf den Brocken. Der winterliche Wohltätigkeitslauf führt über 1.900 Höhenmeter von Göttingen auf den Gipfel von Norddeutschlands höchstem Berg, wo meist starker Wind weht und auf dem aufgrund des Hochgebirgsklimas schnell das Wetter umschlagen kann. „Das ist kein Tummelplatz für Heldinnen, die sich beweisen müssen, dass sie auch in Shorts, barfuß oder mit Fieber bei minus fünf Grad da hochkommen“, sagen die Veranstalter. Daher: Bereite dich gut vor, sowohl bei der Ausrüstung als auch beim Streckentraining mit ähnlichen Bedingungen. Die Bewerbungsphase startet Anfang November. Natürlich kann man die Challenge auch als Zuschauer verfolgen!

Weitere Infos: www.brocken-challenge.de

Laufen im Winter
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Laufen

Nicht jeder Hobbyläufer mag Fußball. Doch wer es tut und zudem Eintracht Braunschweig die Daumen drückt, der ist am Ölpersee richtig. Denn gerne scheuchen die Trainer ihre Zweitligakicker während der Saisonvorbereitung durch das Landschaftsschutzgebiet nahe dem Eintracht-Stadion. Von der Hamburger Straße geht es durch die Straße Zum Ölpersee auf die Strecke rund um das Gewässer, das in den 1970er-Jahren entstand. Der Aushub wurde zum Bau der Tangente gebraucht. Gut zwei Kilometer lang ist eine Runde. Da ist ein Abstecher an der Oker Richtung City locker drin.

 Snowtubing

Auf dem Schlitten den Berg hinuntersausen? Klar! Doch richtiger Geschwindigkeitsrausch geht anders: Snowtubing heißt ein Trend aus den USA, der mittlerweile auch auf zwei Bahnen im Harz angeboten wird. Beim Reifenrutschen brettern Kinder oder Erwachsene auf ummantelten Lkw-Schläuchen den Hang hinunter. Lenken oder bremsen? Unmöglich. Aber auch unnötig. Die 100 Meter lange Bahn in St. Andreasberg neben dem Kurhaus ist seitlich durch angehäuften Schnee begrenzt, damit niemand von der Piste abkommt. Und am Ende der Abfahrt steigt die Piste wieder leicht an, um die Reifen abzubremsen. Wie auf der 200 Meter langen Bahn am Wurmberg befördert ein Lift die Reifenrutscher wieder nach oben. Dann geht der Spaß von vorne los!

Weitere Infos: www.harztourist.de

Canyoning

In Spanien und Südfrankreich hat sich Canyoning bereits vor vielen Jahren als Erlebnissportart etabliert. Beim Weg durch die Schluchten klettern die Abenteuerlustigen, seilen sich ab, springen, rutschen, schwimmen oder tauchen. Ein großartiges Naturerlebnis! Auch im Harz gibt es solche Angebote, auch wenn die Schluchten hier nicht ganz so tief sind. Dennoch: Mehr als eine Flussbettwanderung ist der Canyoning-Trip dort allemal. Was das Ganze mit Wintersport zu tun hat? In Goslar können sportlich Aktive seit Kurzem auf Wintercanyoning-Tour gehen. Im warmen Neoprenanzug folgen die Aktiven dem Flusslauf, vorbei an Eiskristallen, gefrorenen Wasserfällen und vereisten Felsen. Am Streckenende gibt es natürlich heißen Tee zum Aufwärmen.

Weitere Infos: www.adrenalintours.de

Rodeln im Schnee
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Eisschwimmen

Achtung, jetzt wird es frostig! Unter fünf Grad sollte der See oder Fluss bei diesem Hobby schon haben, für echte Eisschwimmer zumindest. Bei dem ersten Advent-Eisschwimmen in Braunschweig Ende November 2016 klappte das schon mal nicht: Mit 5,5 Grad war das Wasser im Baggersee in Volkmarode einfach zu warm. Na, wird dir jetzt beim Lesen schon kalt? Es geht noch kälter: Einmal kurz abtauchen wie Millionen Saunagänger nach dem Schwitzen, darum geht es bei dieser Sportart nämlich nicht. Die Extremsportler legen Strecken von bis zu 1.000 Meter Länge im eiskalten Wasser zurück. Bei den Olympischen Winterspielen im Februar 2018 im südkoreanischen Pyeongchang wurde Eisschwimmen sogar als Demonstrationssportart ins Vorprogramm aufgenommen. Das Erlebnis, durch eisige Teiche oder frostige Flüsse zu schwimmen, hat seine Reize, nicht nur für Leistungssportler.

Fans behaupten, dass Eisschwimmen sogar süchtig machen kann. Denn: Beim Eintauchen ins kalte Wasser setzt der Körper Adrenalin und Endorphine frei. Die dadurch ausgelösten Glücksgefühle sollen Schwimmern tiefe Ruhe schenken. Und weil das eisige Bad im Körper die Produktion von Testosteron bei Männern und Östrogen bei Frauen ankurbeln soll, wirkt sich das Hobby sogar positiv auf das Liebesleben aus. Einsteiger sollten den Körper ganz langsam ans kalte Wasser gewöhnen, denn der Kälteschock kann gefährlich sein. Menschen mit Herzproblemen oder Bluthochdruck gehen vielleicht besser ins warme Schwimmbad. Einfach vor dem Start den Arzt konsultieren!

Weitere Infos: www.winterschwimmen.info

Pole Dance

Viele denken bei Pole Dance sofort an Rotlichtmilieu, Kiez und Striptease. Was die meisten nicht wissen: Der Stangentanz kommt ursprünglich aus der traditionellen asiatischen Akrobatik und soll dort schon im 12. Jahr- hundert praktiziert worden sein. Und seit einigen Jahren wird Pole Dance nicht mehr nur von leicht bekleideten Frauen in Bars und Clubs betrieben. Die Bewegungsübungen an der Stange sind zum Fitness-Trend geworden. Was manchem immer noch als an- rüchig gilt, hat längst seinen gesundheitlichen Effekt bewiesen: Pole Dance schult Kraft, Ausdauer und Körper- kontrolle. T-Tanzstück bietet Kurse im Stangentanz in seinen Studios in Braunschweig und Wolfsburg an. „Zu sehen, wie sich unter den Teilneh- mern das Gefühl zum eigenen Kör- per verändert, fasziniert mich immer wieder“, sagt Inhaberin Tanja Beutler. Anders als bei den Tänzerinnen in den Clubs ist hier natürlich eine perfekte Figur keine Voraussetzung. Nur zehn Jahre alt sollte man mindestens sein, halbwegs fit und nicht zu empfindlich. Denn ein paar blaue Flecken, soge- nannte „Pole kisses“, gehören gerade für Anfänger dazu.

Weitere Infos: www.t-tanzstueck.de

Fitness und Springen
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Aerial Yoga

Geschützt in ein Tuch gewickelt, das leicht schaukelt. Wann erlebt man das erstmals? Klar, ganz früh, als Baby. Insofern spricht Aerial Yoga unsere ursprünglichsten Bedürfnisse nach Schutz und Geborgenheit an. Jessica Möbius hat den Trend erkannt. Die zertifizierte Yoga- und Aerial-Yoga-Lehrerin betreibt ein Studio am Braunschweiger Westbahnhof. Seit rund einem Jahr bietet sie Aerial-Yoga-Kurse an. Dafür mussten extra Aufhängungen aus Stahlrohren in ihre Räumlichkeiten eingebaut werden. Daran befestigt werden trapezförmige Tücher. Die Teilnehmer sitzen oder liegen darin. Manchmal klammern sie sich auch nur mit den Beinen daran fest und lassen den Oberkörper herunterhängen. „Die aus dem Yoga bekannten Umkehrhaltungen werden beim Aerial Yoga hängend ausgeführt. Dadurch wird der Druck auf die Bandscheiben reduziert, und die Rückenmuskeln können sich entspannen“, erklärt Jessica Möbius. Kraft- und Dehnhaltungen könnten mit dem Schaukel- und Spieltrieb verbunden werden, fügt die 31-Jährige an. Mitmachen kann jeder, der gesund ist. Sich schaukeln lassen wie ein Baby – das ist einfach wunderschön!

Weitere Infos: www.yogabeone-bs.de

Lachyoga

Lachen ist gesund. Den Spruch kennt fast jeder. Und er stimmt, das haben Wissenschaftler erkannt. Denn: Beim Lachen setzt der Körper entzündungshemmende und schmerzstillende Substanzen frei und baut Stresshormone ab. Der Sauerstoffaustausch im Gehirn wird intensiviert, der Kreislauf kommt in Schwung. Und das Immunsystem wird gestärkt. Das sind genug Gründe, es oft zu tun. Doch weil uns der Alltag nicht immer Grund zum Lachen gibt, setzen immer mehr Menschen auf Lachyoga – so auch Jana Ritzen. Während ihrer Ausbildung zum Burn-out-Coach stieß sie auf die spezielle Yogaform, die Lachen mit Yoga-Atemtechniken verbindet. Ihr persönlich halfen die Lacheinheiten so überzeugend aus einer Krise, dass sie zur Lehrerin wurde. Vor gut zwei Jahren gründete die heute 42-Jährige die Lachschule im Braunschweiger Magniviertel. In den Lachyoga-Kursen lachen die Teilnehmer zunächst grundlos drauflos. Blickkontakt wird aufgenommen. Irgendwann wird das künstliche Lachen zu echtem Lachen. Und das tut gut. Albern? Vielleicht anfangs. So empfand es auch Jana Ritzen. Doch mittlerweile ist sie längst von der Technik überzeugt und selbst wieder ein glücklicher Mensch. Und ihre Kursteilnehmer sind es auch.

Weitere Infos: www.lachschule-braunschweig.de

Bubble Soccer

Bubble-Fußball oder Bubble-Soccer nennt sich dieser Spaß, der ursprünglich aus Skandinavien kommt und sich auch hierzulande durchgesetzt hat. Der Deutsche Bubble Football Bund richtet seit 2015 sogar bundesweit Spiele aus. Ehrgeizige können also noch verspätet eine Karriere als Nationalspieler starten. Dribbelkünste sind hier eher weniger gefragt. Erwachsene Menschen mit riesigen, aufgeblasenen Kunststoffkugeln um ihren Körper herum spielen Fußball und fallen nacheinander um. Die Spielweise ist ähnlich rustikal wie beim American Football: Um den Weg zum Tor frei zu machen, stoßen die Spieler ihre Gegner mit beherzten Stößen beiseite. Manche Teams haben sogar eine entsprechende Aufgabenteilung eingeführt: Die einen sind nur fürs Kicken, die anderen nur fürs „Bumpen“ zuständig. Mehr als ein paar Minuten halten es die Kicker in ihren Blasen aber meist nicht aus. Zu stickig und warm wird es auf Dauer im Inneren – gerade bei Sonnenschein. Mittlerweile gibt es Agenturen, die sich auf Bubble-Soccer spezialisiert haben wie die Firma Trendsport Braunschweig aus Lengede. Für 25 Euro pro Nase können hier sechs bis zwölf Spieler auf einer Rasenfläche eine Stunde lang kicken und bumpen. Auch das
reine Ausleihen von Toren, Bubble-Bällen und Pumpen ist möglich. Nur Stollenschuhe sind verboten, sonst könnte die Blase ja platzen.

Weitere Infos: www.trendsport-bs.de

Fußball Zweikampf
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Fußballgolf

„Das Runde muss ins Eckige!“ Auf diese einfache Formel brachte Bundestrainer-Legende Sepp Herberger den Sinn des Fußballspiels schon vor mehr als 60 Jahren. Geändert hat sich daran auch heute nichts. Bälle sind immer noch rund, Tore weiterhin eckig – vorausgesetzt, man bleibt dem traditionellen Spiel verhaftet. Doch mittlerweile gibt es im Umgang mit dem Lederball zahlreiche Varianten. Eine relativ neue ist Fußgallgolf. Hier lautet die Devise für die Kicker: Das Runde muss ins Runde, nämlich in ein Loch! Seit vor gut zehn Jahren die erste Anlage im rheinland-pfälzischen Dirmstein eröffnet hat, sind viele wei- tere hinzugekommen – von kleinen mit nur neun Bahnen über solche, die mit 18 Löchern Turnierstandard erfüllen, bis hin zu Premiumvarianten mit 36 Löchern. Im Krodoland in Bad Harzburg gibt es eine Anlage mit Bahnen von 20 bis 110 Meter Länge. Auch in Harzgerode im Ostharz darf munter gekickt werden. Das Prinzip ist überall gleich: Die Spieler versuchen, den Ball wie beim Golf mit so wenigen Schüssen wie möglich im Loch zu versenken. Begonnen wird am Abschlag, der bei dieser Sportart nicht nur Torhütern vorbehalten bleibt. Ähnlich wie beim Minigolf haben es die Kicker in der Regel mit Hindernissen wie Bäumen, Netzen, tiefem Gras oder Traktorreifen zu tun. Am Ende heißt es dann aber: ab ins Runde! Zumindest dann, wenn es nicht ausnahmsweise andere kreative Ziele wie beispielsweise den offenen Kofferraum eines uralten Fahrzeugs zu treffen gilt. Bahnreife muss beim Fußgallgolf keiner aufweisen. Wer auch nur irgendwie gegen den Ball treten kann, darf mitmachen. Und: Beim „Hole in One“ darf auch mal laut gejubelt werden. „Der Ball ist rund, und das Spiel dauert 90 Minuten“, sagte Herberger früher ebenfalls einmal. Doch auch diese Weisheit trifft auf eine Fußballgolf-Partie nicht zu. Je nach Ausführung schießen die Teilnehmer eineinhalb bis vier Stunden lang.

Infos unter: www.krodoland.de