Sein Talent mag ihm in die Wiege gelegt worden sein, doch um ein Haar hätte er es nicht entdeckt. Rekordschwimmer Damian Widerling hatte panische Angst vor dem Wasser.

Er gehört zu den besten Schwimmern Deutschlands und ist gerade mal 21 Jahre jung: Damian Wierling von der Startgemeinschaft Essen erobert momentan die Schwimmbecken der Welt und erlebt seine ersten Jahre im Profibereich wie in einem Rausch. Von deutschen Rekorden bis hin zum Olympia-Halbfinale – Wierling hat schon so einiges erlebt. „Es war einzigartig“, erinnert sich der Essener an seine Auftritte bei den Olympischen Spielen in Rio 2016. „Vorher habe ich so ein Erlebnis noch nicht mitnehmen können und in einer Halle vor 15.000 Leuten zu schwimmen, das war enorm. Das war so ein Kessel rund um das Becken, und es war für mich eine richtig coole Erfahrung“, sagt Wierling. Mit Sicherheit schon jetzt eines seiner größten Karriere-Highlights, zumal es für den 1,96-Meter-Athleten sogar bis ins Halbfinale reichte.

Aber der Mann aus Rüttenscheid hat bereits vor den Spielen in Rio für Aufsehen gesorgt: Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin gelang ihm ein neuer deutscher Rekord über 50 Meter Freistil, womit er selbst Insider überrascht hat. Auch 2017 gab es wieder Grund zur Freude: Zweimal wurde Wierling Deutscher Meister, wieder im Freistil. 24 Stunden Training in der Woche sind Pflicht, darunter auch Kraft- und Ausdauereinheiten. Trotz der hohen Belastung ist Schwimmen für Damian Wierling immer noch etwas Besonderes: „Es ist eine gute Mischung aus Ausdauer und Kraftsport. Das macht schon viel Spaß.“

Dabei hätte er als Kind niemals daran gedacht, eine Karriere im Schwimmen zu starten. Denn Damian Wierling hatte ein großes Problem: „Ich hatte tatsächlich Angst vor dem Wasser“, gesteht der gebürtige Essener. „Ich hatte Panik vor dem Duschen und vor dem Baden. Aber zur Einschulung war es verpflichtend, schwimmen zu können, und so musste ich zu einer Privatlehrerin. Die hat mir das dann in mühevoller Arbeit beigebracht, und als ich dann erst mal irgendwann im Wasser war, wurde ich auch erfolgreich.“

Die Erfahrung, seine eigene Angst überwinden zu können, hat Wierling stark gemacht. Mehr noch: Das Schwimmen wurde zur echten Freude für ihn. Schnell war Wierling im Verein angemeldet und verbesserte sich von Einheit zu Einheit. Wierling liebt es noch immer, sich auszuprobieren. Und es ist ganz sicher kein Zufall, dass seine Lieblingsdisziplin bis heute der Freistil ist.