„RODELN UND DANN WINTERGRILLEN: ZWEI ABSOLUTE WINTER-HIGHLIGHTS FÜR SPORTIVE DORTMUNDER.“

In der nach eigener Aussage „geilsten Hallensportart“ der Welt, dem Basketball, war unser Autor semiprofessionell für einige Jahre in der Zweiten Bundesliga aktiv. Die Korbjagd ging dann direkt über in ein Journalistik-Studium an der Universität Dortmund. Als Sportjournalist fesseln Volker Ohm American Football, Baseball, Eishockey, selbstverständlich Basketball sowie einige interessante neue Rand- und Trendsportarten. Wenn das Wetter es zulässt, joggt er im Naturschutzgebiet Bolmke südlich des Signal-Iduna-Parks. Dort nimmt er auch die für das Crosslauftraining prima geeignete Finnenbahn mit. Im Winter favorisiert Ohm eine ganz klassische Bewegungsform: Dann geht es, abhängig von der Schneesituation, mit dem Schlitten ins benachbarte Sauerland zum Rodeln mit anschließendem Wintergrillen. Doch was wäre der Mensch ohne neue sportliche Herausforderungen? Diesen Winter will Volker Ohm testen, was es mit Curling, Aqua-Bouncing und Footbowl auf sich hat. Wer das für einen guten Plan hält, findet hier alle Adressen und Tipps, die er braucht.

Lauftreffs

Im Grunde kann es losgehen: Alles steht bereit, Joggingschuhe, Sportsachen – wenn da nur der innere Schweinehund nicht wäre! Leichter läuft es sich mit Gleichgesinnten. Und die findet man bei verschiedenen Dortmunder Lauftreffs. So bietet beispielsweise der Viermärker Lauftreff Läufe für Einsteiger, Fortgeschrittene und Ambitionierte. Dienstags (18 Uhr) starten neun Laufgruppen für verschiedene Distanzen, vier Walking- sowie zwei Nordic-Walking-Gruppen am Dortmunder Zoo. Samstags (9 Uhr) stehen Zertifikatsläufe (13 und 17 Kilometer) ausgehend vom Parkplatz am Augustinum an. Eine weitere Laufgruppe, die RapiDOs, trifft sich sonntags (10.30 Uhr) zum 10-km-Lauf am Torhaus Rombergpark, wo montags (9.30 Uhr) und mittwochs (18.30 Uhr) auch Walking-Gruppen des LC Rapid Dortmund starten. Und wer erst mal in der Gruppe unterwegs war, wird bald merken, dass er gar keinen Gedanken mehr an Ausreden verschwendet.

Weitere Infos: www.viermaerker-waldlauf.de, www.lc-rapid-dortmund.de

Laufen im Winter
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Neujahrslauf

Seitdem der künstlich angelegte Phoenixsee das verrußte ehemalige Stahlwerksareal Phoenix-Ost im Stadtteil Hörde ersetzt hat, entwickelt sich rund um das idyllische Gewässer ein immer beliebteres Lauf-Mekka. Neben dem jährlich ausgetragenen Phoenixsee-Halbmarathon findet in dem Naherholungsgebiet seit 2014 auch der Dortmunder Neujahrslauf statt. Bei diesem Wettkampf kann jeder Teilnehmer in 90 Minuten so viele Runden um den See laufen, wie er möchte oder kann – dabei entscheidet man sich erst während des Rennens, wie viele Runden à 3,25 Kilometer man zurücklegen möchte.

Weitere Infos: www.dortmunder-neujahrslauf.de

Eislauf-Disco

Freeriding, Airboarding, Fatbiking, Snowkiting, Skijöring oder Snowfen – die Wintersportszene wartet in regelmäßigen Abständen mit neuen, immer verrückteren Trends auf. Trotzdem hält sich ein Klassiker ganz oben auf der Liste der bevorzugten Winteraktivitäten, nämlich das Schlittschuhlaufen. Ab Oktober bietet der Revierpark Wischlingen ein Eislauferlebnis der etwas anderen Art: Der Park glänzt dann mit zwei höhenversetzten Eisflächen mit Auf- und Abfahrtsrampen. Das ungewöhnliche Laufangebot wird durch Mottopartys ergänzt: Donnerstags, freitags und samstags verwandelt sich die Eishalle in eine Disco. Bei besten Sounds, wechselnden DJs und toller Lightshow macht das Kufenflitzen doppelt Spaß.

Weitere Infos: www.wischlingen.de

Curling

Einige Sportarten finden lediglich alle vier Jahre den Weg in den Fokus der Öffentlichkeit, wenn sie während der Olympischen Winterspiele im Fernsehen zu sehen sind. Schade eigentlich, denn Curling zum Beispiel, mit seinen Parallelen zu Kugelsportarten wie Boule oder Boccia, ist ein echter Teamsport, den man super zusammen mit Freunden ausüben kann. Dabei werden rund 20 Kilogramm schwere Curling-Steine möglichst gezielt über das Eis „gedreht“. Immer dienstags kann das ursprünglich aus Schottland stammende und aufgrund seiner taktischen Finessen als „Schach auf dem Eis“ bezeichnete Spiel in der Eissporthalle Unna ausprobiert werden, denn der dortige Curling-Club sucht stets neue Mitspieler (ab zwölf Jahren).

Weitere Infos: www.curling-club-unna.de

Rodeln im Schnee
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Alpincenter

Skifahren im – freundlich formuliert – mäßig gebirgigen Ruhrgebiet? Kein Problem, denn zum Glück gibt’s das Alpincenter Bottrop, nur 40 Kilometer von Dortmund entfernt. „Ski und Rodel gut“ heißt es dort ganzjährig (außer montags und dienstags). Auch hier fehlt der Bezug zur Bergwerkstradition im Ruhrgebiet nicht, steht die Halle doch auf einer Bergehalde der Zeche Prosper. Und die beherbergt die längste Skihalle der Welt mit einer Pistenlänge von 640 Metern. Anfänger oder Profi, jeder findet in Bottrop seine individuelle Herausforderung. Auf dem Anfängerhang mit Lift können die ersten Schwünge erlernt werden. Auf Fortgeschrittene wartet die Abfahrt mit einem Gefälle von bis zu 24 Prozent und kurvigem Pistenverlauf. Der Rücktransport zur Bergstation erfolgt traditionell auf Förderbändern. Wer den Schritt vom Anfänger zum Fortgeschrittenen wagen will, der kann sich vor Ort in der Ski- und Snowboardschule „Top On Snow“ fortbilden. Und wenn man schon mal im Alpincenter ist, dann bietet sich in der Talstation ein Besuch in Deutschlands einziger professioneller Indoor-Skydiving-Simulation, dem Indoor-Skydiving-Flugtunnel, an – Adrenalinkick garantiert! Oder wie wäre es mit Paintball? Dafür steht in der Halle eine 800 Quadratmeter große Spielfläche mit Licht-, Sound- und Spezialeffekten zur Verfügung. Und wer immer noch nicht genug hat, der kann im Hochseilgarten auf dem Außengelände zehn abwechslungsreiche Stationen erklimmen.

Weitere Infos: www.alpincenter.com

Piloxing

Als heißer Fitness-Trend 2017 gilt das aus den USA eingeführte Piloxing, eine neue Kombination aus verschiedenen Sportarten. Beim Piloxing heißen die Komponenten Pilates, Boxen und Tanzen. Das Ganzkörpertraining steigert die Ausdauer, kräftigt die Muskulatur und strafft den Körper. Nach der Aufwärmphase beginnt das Workout mit einfachen Schrittkombinationen. Dann kommen die Arme dazu, mit Schlägen im Rhythmus der Musik. Boxhandschuhe oder kleine Gewichtsmanschetten erhöhen die Intensität. Pilates-Intervalle lassen den Fitness-Fan zwischendurch etwas zur Ruhe kommen, sprechen gleichzeitig aber auch tiefer liegende Muskelgruppen in Bauch, Beinen, Rücken und Po an. Piloxing gehört bereits in einigen Studios zum Programm. Angeboten wird das Workout aber auch in der Dortmunder Tanzschule Rimek: Dort können Neuzugänge eine Schnupperstunde zum Kennenlernen schon für sechs Euro buchen. Die Einzelstunde gibt es bereits (auch ohne Mitgliedschaft) für zehn Euro. Ach ja, Piloxing ist ein Barfuß-Programm (oder mit Stoppersocken), benötigt wird lediglich eine eigene Matte.

Weitere Infos: www.rimek.de, www.piloxing.com

Fitness und Springen
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Aqua-Bouncing

Von allem eine ganze Menge – auch wenn einem das Wasser bis zum Hals steht – verspricht die neue Fitness-Variante Aqua-Bouncing, eine Kombination aus Aqua-Jogging und Trampolinspringen. Auf einem im Schwimmbecken mittels Saugnäpfen fixierten quadra- tischen Trampolin versucht man sich in Sidekicks, Frosch-Jumps und vielen anderen Sprüngen, genießt ein neues Schwung- und Sprungerlebnis. Aqua-Bouncing verbessert die Kondition, kräftig die Muskulatur und soll die unschöne Orangenhaut verschwinden lassen, wirkt das nasse Element doch wie ein Kompressionsstrumpf. Da Wasser ungefähr 800-mal dichter ist als Luft, muss höherer Widerstand überwunden werden. Trotzdem wirkt das Wasser-Workout extrem gelenkschonend, da praktisch schwerelos mit nur einem Zehntel des Körpergewichts trainiert wird. 1.000 Kalorien sollen in einer 45-minütigen Einheit verbrannt werden. Auf diese Art die Endorphin-Produktion anregen kann man im Gelsenkirchener „Sport-Paradies“. Dort werden Schnupper- und unterschiedlich intensive Kurse angeboten.

Weitere Infos: www.sport-paradies.de

Aerial Yoga

„Yoga kopfüber“ könnte eine einfache Umschreibung der neuen Variante zur Selbsterkenntnis lauten. Auch eine Kombination aus Yoga, Akrobatik und Krafttraining wäre richtig, denn beim Aerial Yoga hängt man in trapezförmigen Tüchern, die an der Decke befestigt sind. Das Typische am Aerial Yoga sind in der Tat die vielen Umkehrhaltungen, bei denen der Körper mit dem Kopf nach unten hängt, wodurch sich Blockaden und Verspannungen überall im Körper lösen können und die Organe entlastet werden. Da bei vielen Übungen eine Ganzkörperspannung benötigt wird, ist es vor allem die Muskulatur im Bauch-, Rücken- und Oberkörperbereich, die gekräftigt wird, bei gleichzeitiger Entlastung der Wirbelsäule und der Gelenke. Der Schwerpunkt dieser Yogavariante liegt in einem ausbalancierten Körpergefühl und im Loslassen – und gleichzeitig darin, dass man lernt, sich selbst zu vertrauen. Ist beim klassischen Yoga am Boden viel Kraft, Geschick, Flexibilität und vor allem Übung erforderlich, dominiert beim Aerial Yoga der spielerische Umgang mit der Schwerkraft. Ausprobieren kann man diese faszinierende Form (und selbstverständlich etliche andere Varianten) unter anderem im Dortmunder Studio Soulyoga in der Chemnitzer Straße.

Weitere Infos: www.soulyoga-dortmund.de

Footbowl

Potenzielle neue Trendsportarten entstehen häufig dadurch, dass bekannte Sportarten miteinander kombiniert werden. Nicht anders sieht es beim Footbowl aus, einer Mischung aus Fußball und Bowling. Und der wird in Dortmunds Nachbarstadt Bochum im Sportcenter Tschäschke gespielt, wo sich die erste derartige Anlage der Welt befindet. Benötigt wird für diese spaßige Variante lediglich eine klassische Bowlingbahn sowie ein eigens für Footbowl konzipierter Ball, dessen Fallverhalten von dem eines normalen Fußballs abweicht. Außer- dem ist er fester und schwerer, damit die zehn Pins am Ende der Bahn auch umfallen. Mit diesem Ball heißt es dann: Drei Meter Anlauf nehmen und 19 Meter Spaß haben. Für das authentische Stadiongefühl sorgt die speziell präparierte Bowlingbahn, geschossen wird nämlich durch ein Tor und selbstverständlich auf grünem Rasen. Ob mit Pike, Seite oder Vollspann – die richtige Technik für seinen „Strike“ muss jeder für sich entdecken. Ansonsten gelten die bekannten Bowlingregeln: Jeder Spieler darf pro Runde bis zu 21 Schüsse abgeben, um zu „Strikes“ und „Spares“ zu kommen. Also, Hallenturnschuhe eingepackt und ab zum Footbowl! Der Spaß kostet 25 Euro pro Stunde und ist täglich von 10 bis 22 Uhr möglich. Pro Bahn können maximal sechs Spieler antreten.

Weitere Infos: www.sport-tschaeschke.de

Fußball Zweikampf
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Soccergolf

Am Eingangstor begrüßt eine Original-Lokomotive samt Kohlenwagen und Lore die Besucher. Die Lok symbolisiert die Bergbautradition im Ruhrgebiet, und das passt, ist der mehr als fünf Fußballfelder große Soccerpark Westfalen doch auf dem ehemaligen Zechengelände Minister Stein im Dortmunder Vorort Eving angesiedelt. Dort muss das Runde nicht ins Eckige, sondern ausnahmsweise ins Runde, denn hier wird die ursprünglich aus Schweden stammende Sportart Soccergolf gespielt. Aufgeteilt ist die Anlage in einen Fun- sowie einen Premium-Parcours. Auf 18 Bahnen gibt es Profistrecken, aber auch ganz einfache Parcours, sodass schon Kinder ab sechs Jahren beim Soccergolf mitmachen können. Dennoch gelten für beide Spielbahnen die gleichen Regeln. Der Golfball wird dabei durch den Fußball ersetzt, der Golfschläger durch den eigenen Fuß.

Dann gilt es, mit Geschick und Gefühl und mit möglichst wenigen Schüssen verschiedene Hindernisse wie Treckerreifen oder Rohre zu bewältigen. Am Ende muss der Ball dann „eingelocht“ werden. Wer die wenigsten Schüsse dafür braucht, der ist am Ende der Sieger. Soccergolf kann von März bis Ende November täglich von 9 Uhr bis zum Sonnenuntergang auf der 5,3 Hektar großen Anlage gespielt werden und eignet sich beispielsweise auch für Kindergeburtstage, Betriebsfeiern, Familienausflüge oder Junggesellenabschiede. Für die dritte Halbzeit – oder eher das 19. Loch? – bietet sich die Dachterrasse auf dem Gelände mit Blick über den Soccerpark an, wo die gespielte Runde auch bei einer traditionellen Currywurst diskutiert werden kann. 18 Bahnen auf dem Premium-Parcours kosten für Erwachsene zwölf, für Kinder (bis 15 Jahre) neun Euro. Der Fun-Parcours fällt etwas kostengünstiger aus, das Kombi- Ticket für beide Plätze etwas teurer, wobei Regeleinweisung, Scorecard und Leihball stets inklusive sind.