„WINTERSPORT-FANS KOMMEN IN MAINHATTAN INDOOR UND OUTDOOR VOLL AUF IHRE KOSTEN.“

Im Winter ist Stanislaw Tellow vor allem an der Tischtennisplatte, im Rebstockbad und beim Indoor-Cycling zu finden – als Vorbereitung für die großen Radtouren im Sommer. Wenn er mal viel Ruhe braucht, dann zieht er sich in den Biegwald zurück und genießt die winterliche Stille beim Bogenschießen. Denn der 1,75 Meter große Langbogen ist für seine Körpergröße wie geschaffen. „Warum spielst du nicht Basketball?“, muss sich der 1,98 Meter große Tellow immer wieder anhören. Dabei ist der 28-jährige Texter beim Sport gerne für sich allein, ordnet seine Gedanken und kommt beim Joggen und Radfahren auf die besten Ideen. Als zugezogener Frankfurter hat er die sportlichen Seiten der Großstadt erforscht. Abseits von Zeil und Bankenviertel hat Mainhattan für Sportliebhaber viel zu bieten. Wer weiß schon, dass 2016 die Footbag-Europameisterschaft und die Quidditch-Weltmeisterschaft in Frankfurt stattgefunden haben? Das bunte Angebot macht die Stadt aus. Warst du zum Beispiel schon mal auf Fatbikes im Schnee unterwegs?

Lauftreffs

Wer nicht gerne allein Joggen geht, der kann sich mit Gleichgesinnten des Lauf- und Triathlon-Vereins Spiridon zusammentun, dem größten Lauftreff-Veranstalter in Frankfurt. Jeden Tag versammeln sich mehrere Leistungsgruppen zu festen Uhrzeiten an der Bezirkssportanlage in Sachsenhausen und legen unterschiedliche Distanzen zurück. Bei den vielen Lauf- und Walking-Gruppen findet jeder sein passendes Niveau: von Anfänger über Hobbyläufer bis hin zur Marathonvorbereitung. Gelaufen wird das ganze Jahr hindurch und bei jedem Wetter – mindestens eine Stunde durch den angrenzenden Stadtwald. Ausgebildete Trainer führen die Gruppen an und geben das Tempo vor. Die Läufer motivieren sich gegenseitig und verbessern gemeinsam ihre Lauftechnik. Dafür wurde Spiridon vom Deutschen Leichtathletikverband mit der Zertifizierung „Sehr Gut“ ausgezeichnet. Die Teilnahme an den Lauftreffs ist kostenlos, wer jedoch über den Verein bei Unfällen versichert sein will, der sollte sich als Mitglied anmelden.

Weitere Infos: www.spiridon-frankfurt.de

Laufen im Winter
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Nidda Lauf

Beim Joggen im Herbst und Winter sollte nicht nur die Sportkleidung wetterfest sein. Auch die Laufstrecke muss Regen und Kälte abkönnen. Am besten eignet sich ein ebener, befestigter Weg mit guter Sicht bei Dunkelheit. So wie der geteerte Radweg entlang der Nidda. Startpunkt ist der nordwestlich gelegene Niddapark, fünf Kilometer vom Stadtkern entfernt. Durch das Parkgelände der Bundesgartenschau 1989 geht es zum Flussufer. Hier teilt sich die Strecke: neun Kilometer Richtung Süden zur Mündung in den Main; neun Kilometer Richtung Norden bis Harheim. Die Stadt spendet genügend Licht und kleine Brücken ermöglichen den Wechsel zwischen den Uferseiten.

Weitere Infos: www.jogmap.de

Eisstockspiel

Eigentlich haben in der 9.000 Quadratmeter großen Eissporthalle in Frankfurt die Schlittschuhläufer das Sagen. Aber von November bis März sind Donnerstagabend mehrere Bahnen in der Halle für die Eisstockschützen reserviert. Der skandinavische Präzisionssport hat eine lange Tradition, trotzdem hatten die wenigsten so einen Eisstock schon mal in der Hand. Das möchte der SC Frankfurt 1880 e. V. ändern und bietet immer donnerstagabends ein freies Training für neugierige Wintersportler an. Dabei treten zwei Teams mit je vier Spielern gegeneinander an. Sie versuchen abwechselnd, ihre Eisstöcke möglichst nah an die „Daube“ heranzuspielen. Nach acht Schüssen wird ausgewertet, dann geht es in die nächste Runde.

Weitere Infos: www.sc1880.de

Eisschnellauf

Mit über 40 km/h jagen die Mitglieder des Olympischen Eisschnelllauf Clubs Frankfurt (OECF) über die Bahn. Es ist die schnellste Sportart auf zwei Beinen und im Winter gerade bei Inlineskatern beliebt. Der Verein besteht seit 1981 und hat über 100 Mitglieder – angefangen beim sechsjährigen Nachwuchs bis hin zu den Senioren. Von November bis März trainiert der OECF jeden Montag, Mittwoch, Samstag und Sonntag. Einsteiger können sich per E-Mail zum Schnuppertraining anmelden und die Sportart in- klusive Leihschlittschuhe drei Stunden lang kostenlos ausprobieren. Gelaufen wird auf dem Außenring der Eissporthalle – eine von nur sieben 400-Meter-Bahnen deutschlandweit. Und die einzige unter freiem Himmel.

Weitere Infos: www.oecfrankfurt.de

Rodeln
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Fatbikes

Was braucht man, um mit einem Fahrrad durch den Schnee brettern zu können? Genau: richtig dicke Reifen! Wie die eines Fatbikes. Die 4,6-Zoll-Reifen sind etwa doppelt so breit wie die eines normalen Mountainbikes und eignen sich perfekt für Touren durch Schnee, Matsch und Schlamm. Doch Fatbikes sind viel zu teuer, um sie nur für ein paar Wintertouren zu nutzen und sie dann gleich wieder in den Keller zu stellen. Das dachten sich auch die Gründer von TaunusBikeFun, als sie im Dezember 2015 ihre ersten Fatbike-Touren planten. Seitdem sind sie die erste Anlaufstelle im Taunus, wenn es um Fatbikes geht. Normalerweise ist der Feldberg vor allem zum Skifahren und Rodeln im Rhein-Main-Gebiet bekannt und beliebt. Doch seit zwei Jahren finden im Winter auch immer mehr Radler den Weg dorthin. Dann heißt es: Fahrradhelm schnappen und aufsatteln! Insgesamt zehn Räder in vier verschiedenen Größen stehen an der Fatbike-Station in Waldems bereit. Ein Leih-Bike kostet 35 Euro pro Tag, und wer sich nicht allein auf die Piste traut, der kann eine dreistündige Tour für 49 Euro pro Person buchen, an der drei bis zehn Radler teilnehmen können. Je nach Training und Kondition wird eine passende Strecke rund um den Feldberg ausgewählt und vorab mit den Teilnehmern abgesprochen. Gefahren wird bei jedem Wetter. Und wer sich danach noch etwas aufwärmen will, der kann die Fatbike-Tour auch mit anschließendem Glühwein und Grillen buchen.

Weitere Infos und Anmeldung: www.taunusbikefun.de

Indoor-Cycling

Radfahren kann bei vereisten Wegen ganz schön gefährlich werden. Deshalb bekommt die Sportfabrik in Bockenheim ab Herbst regelmäßig Zulauf und stockt ihre Kurse fürs Indoor-Cycling kräftig auf. Täglich finden mehrere Übungsstunden bei unterschiedlichen Trainern statt – gestaffelt in fünf Schwierigkeitsstufen. Die Beginner starten mit 45 Minuten Fahrt, die Profis treten schon 90 bis 120 Minuten am Stück in die Pedale. Dazu gibt es Musik mit treibenden Beats und Anweisungen vom Trainer: aufsetzen, hinstellen, umgreifen, Oberkörper fixieren, wieder umgreifen, hinsetzen und Widerstand erhöhen. Die Übungen beim Indoor-Cycling nehmen den gesamten Körper in Anspruch, verbessern die Ausdauer, verbrennen jede Menge Kalorien und lassen die Muskeln wachsen. Um mitzumachen, kann jeder bei der Sportfabrik anrufen und sich eines der Fahrräder reservieren. Dafür ist keine Anmeldung im FTG-Verein notwendig – allerdings erhalten Vereinsmitglieder mehr als 50 Prozent Rabatt. Und für Mitglieder bietet die Sportfabrik zudem eine zusätzliche Kinderbetreuung an, damit sich die Eltern ganz und gar auf den Sport konzentrieren können.

Weitere Infos: www.ftg-sportfabrik.de

Fitness und Springen
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Trend-Workout

Was ist eine Kettlebell? Eine Kugelhantel, die beim Functional Training eine entscheidende Rolle spielt. Dieser neue Sporttrend ist eine Mischung aus Freihantel-, Konditions- und Bewegungstraining und fokussiert sich auf die Stabilisierung des Körpers. Dabei verzichtet er auf aufwendige Maschinen und einseitige Belastungen. Die Sportler versetzen sich bewusst in instabile Situationen und arbeiten mit dem eigenen Körpergewicht als Widerstand. Viele Übungen beanspruchen die Bauchmuskeln und Schulterblätter, um den Rumpf als Hauptstabilisator des Körpers zu stärken. Durchhaltevermögen ist der Schlüssel zum Erfolg. Der Base Training Club in Nordend-Ost hat sich auf Functional Training spezialisiert und bietet neben modernen Trainingsräumen ein individuell abgestimmtes Trainingskonzept. Zusammen mit einem Personal Coach legt man im Testtraining die Belastung fest. Dann geht es je nach Wunsch in kleinen Gruppen oder Einzeltrainings weiter. Dabei werden verschiedene Sportarten kombiniert: von Boxen und Krafttraining über Cardio-Workout und Athletik-Yoga bis hin zu Gurt- und Seilübungen.

Weitere Infos: www.base-training.de

Aussie Football

Bei dieser Football-Variante kicken 18 Spieler pro Team einen eiförmigen Ball auf einem modifizierten Cricketfeld in Richtung von vier Torstangen. Und (fast) alles ist erlaubt – nur werfen darf man den Ball auf keinen Fall! Der beliebteste Sport Australiens, der als eine der härtesten Sportarten der Welt gilt, hat inzwischen auch Deutschland erreicht, acht aktive Vereine treten in der Australian Football League Germany (AFLG) gegeneinander an. Mit ihrer 22-jährigen Vereinsgeschichte zählen die Frankfurt Redbacks dabei neben den fast zeitgleich etablierten Munich Kangaroos zu den alten Hasen: Gemeinsam haben sie 1999 die deutsche Liga gegründet. Neben den Ligaspielen bestreitet der Frankfurt Football Club auch Freundschaftsspiele mit Mannschaften aus ganz Europa. Zudem wird seit 2013 der Malte-Schudlich-Cup ausgetragen, bei dem lokale Mannschaften aus dem Rhein-Main- Gebiet gegeneinander antreten. Wer neugierig auf Australian Football ist und gerne einmal mittrainieren möchte, ist bei den Redbacks jederzeit willkommen. Die Mannschaft trainiert im Winter in der Liebfrauenschule im Westend, die aktuellen Termine werden auf der Facebook-Seite der Redbacks bekannt gegeben.

Weitere Infos: www.frankfurt-redbacks.de

Footbag

Für viele ist „Hacky-Sack“ ein Begriff aus der Schulzeit: mit Freunden auf dem Pausenhof im Kreis stehen und einen kleinen, mit Sand, Reis oder Plastikkügelchen gefüllten Ball möglichst lange in der Luft halten. Dazu dürfen nur die Füße und Beine benutzt werden. In der Fachsprache heißt diese Disziplin auch „Runden-Kicken“ und ist eine von fünf Spielmöglichkeiten. Und der Sport heißt eigentlich „Footbag“ und wird von den etwa 50 Mitgliedern des Frankfurt Footbag e.V. professionell betrieben. Dabei ist er nur einer von mehr als 20 Vereinen in Deutschland. 2016 holten die Spieler und Spielerinnen die Europameisterschaft in ihre Heimatstadt und wurden selbst Deutscher Meister, Europameister und Weltmeister. Der Wettkampf hat allerdings nichts mehr mit dem Spiel zu tun, das wir vom Pausenhof kennen. Gespielt wird entweder allein oder im Doppel auf einem 81,74 Quadratmeter großen Feld über ein 1,52 Meter hohes Netz. Footbag erinnert in mancher Hinsicht an Volleyball, nur dass eben mit den Beinen statt mit den Armen gespielt wird. Von Oktober bis März treffen sich die Vereinsspieler Montag- und Freitagabend zum Training in der Elisabethenschule. Das ganze Jahr über findet am Samstagabend ein freies Training in der Sporthalle der FH Frankfurt statt – ideal für Neugierige und Einsteiger, die sich auch mal am „Hacky-Sack“ probieren wollen.

Weitere Infos: www.frankfurtfootbag.de

Fußball Zweikampf
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Fußballgolf

Wer sich vom kalten Wetter nicht abschrecken lässt, der kann seine Künste am Ball beim Fußballgolf in Karben unter Beweis stellen. Die speziell konstruierte Anlage mit zwei Kursen liegt etwa 15 Kilometer nördlich von Frankfurt und ist das ganze Jahr über geöffnet. Jeder Spieler kann seinen eigenen Ball mitbringen oder vor Ort gegen Gebühr ausleihen. Nocken- und Stollenschuhe sind dabei verboten, normale Sportschuhe reichen aber völlig aus.

Das Ziel beim Fußballgolf ist es, mit möglichst wenig Kicks den Ball 18-mal „einzulochen“ – was allerdings bei einigen Bahnen auch bedeuten kann, dass man den Ball in ein Netz oder in einen Topf befördern muss. Die Bahnen sind zwischen 40 und 140 Meter lang und mit vielen unterschiedlichen Hindernissen ausgestattet. Geübte Fußballer brauchen für einen Kurs etwa 70 Kicks, zwei Stunden Zeit sollte man auf jeden Fall mitbringen.

In Skandinavien, wo bereits seit den 1980er-Jahren Fußballgolf gespielt wird, ist dieser Sport mit 50 Anlagen schon weit verbreitet. Aber auch hierzulande wird der Sport immer beliebter: Mittlerweile gibt es deutschlandweit mehr als 20 Anlagen, 2007 fand sogar im pfälzischen Dirmstein die erste Fußballgolf-Weltmeisterschaft statt, die seitdem jährlich ausgetragen wird. Grundsätzlich ist der Sport dem Golf sehr ähnlich, nur dass ein größerer Ball verwendet wird – eben ein ganz normaler Fußball. Fliegt er auf eine andere Bahn oder an eine unspielbare Stelle, dann wird er zurückgesetzt und der Spieler erhält einen Strafpunkt. Besonders viel Spaß macht Fußballgolf in der Gruppe, weshalb er sich auch für Junggesellenabschiede, Familienausflüge oder Betriebsfeiern bestens eignet. Ab zehn Personen sollte man sich in Karben jedoch unbedingt vorher anmelden, vor allem wenn am Wochenende schönes Wetter angesagt ist.