„IM HAMBURGER WINTER LAUTET DIE FRAGE ALLER FRAGEN: WIRD DIE ALSTER DIESES JAHR ZUFRIEREN?“

Auch eine waschechte Hamburger Deern kann es in die Berge ziehen. So ist Aileen Tiedemann zwar im Flachland geboren, doch bereits seit ihrem dritten ­Lebensjahr machten sich ihre Eltern mit ihr in den Skiurlaub auf. Wenn sie die Sehnsucht nach den Gipfeln überkommt, macht sie kurz mal Ski- oder Snowboardurlaub im Snow Dome in der nahe gelegenen Lüneburger Heide. Blickt vom Sessellift auf die Fototapete mit Bergpanorama. Auch Rodeln lässt es sich wunderbar in der Hansestadt. Im Baurs Park an der Elbchaussee zum Beispiel stürzen sich Wagemutige auf einer steilen Piste Richtung Elbe, für Adrenalinkicks sorgt zudem die Abfahrt vom Mini-Berg im Sternschanzenpark. Die freie Autorin und Texterin kennt sich ebenso in der Indoor-Szene der Bewegungshungrigen aus. Schon mal von Poolbiken gehört? Der Trend kann im Hamburger Bäderland ausprobiert werden! Auch weitere sportliche Highlights haben wenig mit Schnee zu tun: Kennen Sie die Sportart Bokwa? Einfach umblättern, dann erfährst du, was sich dahinter verbirgt!

Lauftraining

Laufen macht stark, schlank und schön – das weiß jeder. Warum schnürt man dann nicht einfach die Sportschuhe und rennt los? Weil es eben nicht leicht ist, alleine den inneren Schweinehund zu überwinden. Da ist es gut, wenn jemand sagt: „Los jetzt!“ Diesen Job übernimmt Personal Trainerin Jenny Schüller. Im Hayns Park und an der Alster bringt sie Anfängern und Fortgeschrittenen in kleinen Gruppen Lauftechnik und spezielle Kräftigungsübungen bei. Und spornt die Teilnehmer zu Höchstleistungen an. „Laufen führt zu mehr Selbstbewusstsein und einem besseren Gefühl für Körper und Geist“, so Jenny Schüller. „Es ist kein Zufall, dass der Laufsport in höheren Chefetagen weit verbreitet ist.“ So gehen ihren Schülern Stück für Stück die Ausreden aus, warum sie nicht laufen gehen – vor allem, weil Training in der Gruppe eben doch am meisten Spaß bringt. Und ein Personal Trainer für sieben Euro pro Kopf in der Stunde bezahlbar ist – wenn man sich ihn teilt.

Weitere Infos: www.outdoor-training-hamburg.de/laufgruppe.html

Laufen im Winter
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Silvesterlauf

Die einen nehmen sich vor, endlich mehr Sport zu machen, andere wollen sich zum Jahresende noch einmal richtig auspowern: wie beim Volksdorfer Silvesterlauf, bei dem die Teilnehmer traditionell bunt kostümiert durch die Winterlandschaft an den Teichwiesen rennen. Egal ob als Schlumpf, Elch oder Superman verkleidet – auf der zweieinhalb Kilometer langen Strecke ist ganz klar der Weg das Ziel. Mehrere Hundert Zuschauer sind jedes Jahr bei der lustigen Laufveranstaltung dabei, die in diesem Jahr bereits zum 34. Mal stattfindet. Der Startschuss erfolgt mit einer Silvesterrakete. Am Ziel gibt’s zur Belohnung Punsch und Berliner.

31.12., 12 Uhr, Volksdorfer Teichwiesen, Voranmeldung beim Walddörfer SV

Curling

Wer sich nicht vorstellen kann, was daran Spaß machen soll, einen rund 20 Kilo schweren Granitstein übers Eis zu schleudern, der sollte es einfach einmal ausprobieren. Curling ist ein echter Teamsport, bei dem man nur gemeinsam ans Ziel kommt. Perfekt also, um ihn zusammen mit Freunden zu betreiben. Ausgedacht haben sich das Ganze einige Schotten im 16. Jahrhundert. Die Idee: Einer wirft den Curling-Stein über das Eis, die anderen versuchen, ihn mit einer Art Gummischrubber (früher waren es Besen mit Pferdehaarborsten) möglichst nah an den Zielkreis heranzuschrubben. Dabei kommt es auf Technik, Taktik und Teamspirit an. Der Hamburger Curling Club bietet montags Schnupperstunden für bis zu acht Personen an.

Weitere Infos: www.curlingclubhamburg.com

Rodel-Hotspots

Hamburg ist bekanntlich flach wie eine Flunder, und selbst der Winter ist verregnet – so weit das Klischee. Fällt aber doch einmal Schnee, verwandelt sich die Stadt in ein Miniatur-Winterwunderland. Zumindest in den Parks und den Wäldern am Stadtrand. Im Baurs Park an der Elbchaussee stürzen sich Wagemutige auf ihren Schlitten auf einer steilen Piste in Richtung Elbe, und auch die Abfahrt vom Mini-Berg im Sternschanzenpark sorgt für Adrenalinkicks. Wer mehr will, sollte ins Bergedorfer Gehölz fahren. Dort befindet sich am Doktorberg die wohl längste Rodelbahn Hamburgs. Sie ist 1.000 Meter lang, hat ein starkes Gefälle und sorgt mit ihren vielen Kurven für echtes Rodelvergnügen.

Anfahrt zum Doktorberg: Bus 235 von der S-Bahn Bergedorf bis zur Haltestelle Pfingstberg

Rodeln
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Snow Dome

Sitzt man im Snow Dome im Sessellift und blickt links auf die Skipiste und rechts auf die Fototapete mit Bergpanorama, fühlt man sich tatsächlich fast wie im Skiurlaub. Wäre da nicht das große Fenster, durch das man beim Aussteigen auf die Wiesenlandschaft der Lüneburger Heide blickt. Auch wenn das Alpenflair Brüche hat, lohnt sich ein Ausflug in die Skihalle mit ihrer 300 Meter langen Skipiste. Gerade für Einsteiger, die testen wollen, ob ihnen Skilaufen liegt, bevor sie einen teuren Trip in die Berge buchen. Die Bispinger Skischule bietet jeweils samstags und sonntags Ski- und Snowboard-Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene an. Was man mit einem Brett unter den Füßen alles auf dem „Heidegletscher“ anstellen kann, demonstrieren derweil die Snowboard-Profis im hauseigenen Snow Park mit Kickern und Rails. Wer weder Lust auf Ski- noch auf Snowboardfahren hat, der kann auch einfach zum Rodeln in die Skihalle kommen – oder zum Après-Ski mit Glühwein, Münchner Hefeweizen, Leberkäs und Hits von DJ Ötzi im Hofbräu Wirtshaus. Anschließend muss niemand nach Hause fahren. Im Resorthotel gleich neben dem Snow Dome stehen zünftige Blockhütten zum Übernachten bereit. Sollte es in diesem Winter gar nicht schneien, kann man sich in der Skihalle Bispingen notfalls sogar Schnee für eine Rodelbahn oder Schneebar im Garten kaufen. Ein Kubikmeter Schneeflocken aus kalter Luft und Leitungswasser ist schon für 60 Euro zu haben.

Weitere Infos: www.snow-dome.de

Bokwa

Wer gerne tanzt, aber keine Choreografien mag, wird Bokwa lieben. Bei dem Mix aus Boxen (Bo) und dem afrikanischen Tanz Kwaito (Kwa) bewegen sich die Teilnehmer nach Zahlen und Buchstaben. Bei einem „I“ hüpft man zum Beispiel nach vorn und kickt das Bein hoch in die Luft. Das ist kinderleicht und lenkt nicht davon ab, worum es bei der neuen Trendsportart aus den USA eigentlich geht: zu lauter Musik tanzend und boxend Kalorien zu verbrennen. Ein hocheffektives Cardio-Workout, das viel mit Zumba gemeinsam hat, aber noch um einiges energiegeladener ist. Die vielen Sprünge und Kicks sorgen dafür, dass man während einer einstündigen Trainingseinheit bis zu 1.000 Kalorien verbrennt. Und während man sich im Rhythmus der Musik bewegt, festigt man Bauch, Beine und Po und verbessert die Koordination und Ausdauer. Und keine Sorge: Neueinsteiger müssen nicht gleich beim ersten Training das ganze Alphabet und sämtliche Figuren nachtanzen. Die Anfängerkurse beschränken sich meist auf 14 Symbole.

Weitere Infos: www.buchstabentanz.de 
Termine: www.vhs-hamburg.dewww.atvsports.de

Fitness und Springen
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Poolbiking

Indoor-Cycling kann einen ganz schön ins Schwitzen bringen. Warum also nicht gleich das Ganze ins kühle Nass verlegen? Nach einer Stunde Poolbiking verlässt garantiert niemand mit überhitztem Kopf das Fitness-Studio. Weiterer Vorteil: Beim Training auf einem fest stehenden Aqua-Bike muss man gegen den Wasserwiderstand antreten und stärkt seine Beinmuskulatur noch viel stärker als an Land. Wasserradeln ist deshalb die ideale Vorbereitung für den nächsten Skiurlaub. Geschmeidig und beweglich wedelt man anschließend die Pisten hinunter. Nicht zu vergessen: Der Auftrieb im Wasser entlastet die Gelenke, und die Muskeln werden nicht nur trainiert, sondern gleichzeitig massiert. Das regt die Blutzirkulation an und festigt das Bindegewebe. Dabei ist Pool-biking viel weniger stressig als klassisches Spinning: Es geht nicht nur um Tempo, Tempo, Tempo, sondern darum, in Ruhe und mit Kraft das Wasser zu verdrängen. Die Kalorien purzeln dabei genauso wie an Land. Weil die Beinmuskeln zu den größten Muskeln des Menschen zählen, werden sogar sehr viele Kalorien verbraucht – bis zu 800 sollen es pro Stunde sein.

Infos und Termine: www.baederland.de

Aussie Rules

Wenn die Hamburg Dockers im Stadtpark trainieren, dann wirkt das auf den ersten Blick wie eine Schlägerei zwischen Galliern und Römern in einem Asterix-Comic. Ein Haufen Männer stürzt sich auf einen Ball und verkeilt sich dabei ineinander. Dabei hat „Footy“, der Lieblingssport der Australier, klare Regeln: Es geht darum, einen eiförmigen Ball mit Händen und Füßen ins Tor der gegnerischen Mannschaft zu befördern. Den Ball zu werfen ist verboten – mit ihm in der Hand übers Spielfeld zu laufen jedoch erlaubt. Dabei kann ein Spieler von der gegnerischen Mannschaft mit „Tackles“ aufgehalten werden. Soll heißen: Er darf zwischen Schulter und Knie festgehalten oder zu Boden geschleudert werden. Klingt hart, aber keine Angst: Die Mitglieder des Teams sind nette Jungs, die sich über neue Spieler freuen. Vor allem, weil Aussie Rules außerhalb Australiens bislang ein Nischendasein fristet. Ganz anders in Down Under: Bis zu 30.000 Zuschauer strömen dort zu den Spielen der Australian Football League (AFL) in die Stadien. Wer ausprobieren möchte, wie es sich anfühlt, mit vollem Körpereinsatz Football zu spielen, ist jederzeit herzlich zum Probetraining eingeladen.

Weitere Infos: www.hamburg-dockers.de

City-Kick

Wer im Herbst und Winter draußen Fußball spielen will, muss jede Wolkenlücke nutzen. Blöd nur, wenn gerade keiner der Freunde Zeit zum Bolzen hat, wenn die Sonne mal scheint. Neue Mitspieler findet man zum Beispiel bei Fußball-Meet-ups. Das sind lockere Zusammenkünfte von Hobbykickern, denen es vor allem um den Spaß am Sport geht. Die Gruppe „Hamburg: Kicken in der City“ etwa sucht immer neue Spieler, die nicht um jeden Preis gewinnen wollen und nach dem Match gern noch ein Bierchen trinken. Trainiert wird unter anderem auf dem Bolzplatz an der Stockmeyerstraße in der HafenCity. Die Kicker von „Fun Hallenfußball“ nutzen öffentliche Fußballplätze in Barmbek oder an kalten Wintertagen eine Halle in Öjendorf. Für Schlechtwettertage eignen sich auch die Indoor-Spielfelder von „Soccer in Hamburg“ in Eidelstedt. Wer partout nur bei Frischluft spielen will, verabredet sich auf einem der öffentlichen Bolzplätze in Hamburg für ein spontanes Match. Direkt hinter der Roten Flora im Schanzenviertel verbirgt sich ein umzäunter Platz mit Gummibelag. Beim Training auf einer Grandfläche an der Ecke zur Großen Freiheit kann man nebenbei den Soundchecks der Bands in der Großen Freiheit 36 lauschen.

Eine Übersicht über alle Plätze in Hamburg gibt’s auf: www.bolzplatz.com
Meet-ups: www.meetup.com
Indoor-Fußball: www.soccer-in-hamburg.de

Fußball Zweikampf
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Freizeitfußball

Den Hamburger SV oder den FC St. Pauli kennt jeder – aber wer hat schon mal vom FC Frisch vom Fass, FC Endstation, FC Harakiri oder dem Club Bang Boom Bang gehört? Hinter diesen durchaus fantasievollen Namen verbergen sich die Fußballteams der Hamburger Freizeit Fußball Gemeinschaft, kurz HFFG. 1973 als Tresenliga mit acht Teams gegründet, kämpfen heute in der HFFG über 60 Teams in fünf Divisionen um Aufstieg, Abstieg, Meisterschaft, Pokal und Supercup.

Die HFFG ist nach dem Berliner Verband für Freizeit-Fußball (VFF) die zweitgrößte Freizeit-Fußballgemeinschaft Deutschlands und beweist mit ihren über 1.000 Mitgliedern, wie groß die Liebe zum runden Leder in Hamburg ist. Wenn die Freizeitkicker schwitzend und vom Ehrgeiz gepackt dem Ball hinterherjagen und ihre Fans sie lauthals anfeuern, dann ist das ähnlich mitreißend, wie wenn die Profis des FC St. Pauli zu „Hells Bells“ von AC/DC ins Millerntorstadion einlaufen.

Auch wenn es bei der HFFG vor allem um den Spaß und das Gemeinschaftsgefühl geht: Viele der Kicker spielen „nebenbei“ auch in DFB-Wettbewerben um Punkte und Titel. Damit die Idee einer Freizeitliga nicht total verwässert wird, dürfen allerdings pro Verein maximal drei Spieler eingesetzt werden, die in der Bezirksliga oder höher spielen.

Warum es so viel Spaß bringt, in einer „wilden Liga“ zu spielen? Unter anderem, weil es nicht so viele Vorschriften gibt wie in normalen Vereinen. Niemand macht Ärger, wenn es ein Spieler nicht zwei- bis dreimal in der Woche zum Training schafft, weil er sich noch um Job und Familie kümmern muss. Der Spaß steht im Vordergrund, und nach dem Spiel geht’s auch mal in die Kneipe. Ein weiterer Vorteil: Jeder, egal welchen Alters (über 16), kann und soll mitspielen. Warum also nicht gleich mit dem eigenen Team anmelden? „Kneipen, Familien, Freundeskreise, bei uns kann jeder mitmachen“, lautet das Motto der HFFG.

Weitere Infos: www.hffg.de