„Hannover ist die einzige Stadt mit Rodelrampen, Schlittschuhbahn und Eis-Disco
im Zoo – tierisch!“

Wie schön sind klirrend kalte Tage, wenn Reif unter den Wanderstiefeln knirscht und Schnee von den Bäumen rieselt. Beim Thema Winter kommt unser Hannover-Scout Sören Stegner ins Schwärmen. Ausgewiesener Wintersportler ist er zwar nicht, aber das bedeutet noch lange nicht, dass sich der gebürtige Hildesheimer ab sofort auf die faule Haut legt. Schließlich sind Laufen, Wandern und Klettern auch bei niedrigen Temperaturen möglich. Zum Wandern bricht der Journalist gerne in Richtung Harz oder Deister auf. Seine Trekkingschuhe halten maximal ein Jahr, dann ist die Sohle durch. Kein Wunder: Alles unter 20 Kilometern ist eher ein Spaziergang für ihn. Und die heiße Dusche danach – einfach sensationell! Wo die schönsten Routen fürs Wandern oder Joggen zu finden sind? Einfach umblättern, dann weißt du es! Auch Fußball hat Stegner im Winter auf dem Schirm. Hat er in seiner Jugend für Hannover 96 gebolzt, tritt er heute nur noch als Hobbykicker gegen den Ball. Wo das auch im Winter möglich ist, wenn der Rasen sich in eine matschige Grube verwandelt? Im Soccer Park in Wülfel!

Grüner Ring

Kaum Berge, weites, flaches Land – die Region Hannover ist ein Jogging- und Wander-Paradies. Der sogenannte Grüne Ring ist das Lieblingsareal derer, die auch im Winter gerne zu Fuß unterwegs sind. Dabei handelt es sich um einen rund 80 Kilometer langen Weg, der einmal um die Stadt herumführt. In der Regel verläuft die Strecke fernab von Hauptverkehrsstraßen über Feld- und Waldwege. „Ausgeschildert“ ist die Route durch blaue Markierungen, die es an Zäunen, Straßenlaternen, Holzpfosten, Bordsteinkanten oder Ähnlichem zu entdecken gilt. So sorgt die Route ganz nebenbei für einen bewussten Blick auf die Umgebung. Wer Abwechslung sucht, kann den Ring auf bis zu 160 Kilometer erweitern. Tourenvorschläge unterschiedlicher Länge, vorbei an diversen Sehenswürdigkeiten, sind auf der Website der Stadt beschrieben. Planungstipp: darauf achten, dass Ein- und Ausstieg der Route gut an den ÖPNV angebunden sind. Bei Kälte will niemand durchgeschwitzt lange zur Haltestelle marschieren.

Weitere Infos: www.hannover.de

Laufen im Winter
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Laufstrecken

Ob durch den Stadtwald Eilenriede, die Herrenhäuser Gärten oder entlang des Maschseeufers: Hannover bietet eine Vielzahl attraktiver Laufreviere. Die vielfältigen Laufmöglichkeiten entlang des Mittellandkanals werden vergleichsweise als Geheimtipp gehandelt. Dabei sind die Wege perfekt geeignet: An beiden Seiten führen sie abseits des Verkehrs durch meist naturnahe Uferzonen. Eine schöne Strecke startet am Lister Bad und führt am nördlichen Ufer gen Osten bis zur Messeschnellweg-Brücke. Von hier aus geht es am südlichen Ufer wieder zurück. Insgesamt ist diese Runde zehn Kilometer lang.

Weitere Infos: www.haz.de/Thema/L/laufstrecken-in-hannover

Rodeln

Schlittenfahren gehört bekanntermaßen zum Winter wie die Adventszeit und der Weihnachtsmann. Und zum Glück stehen selbst in Hannover gleich mehrere Rodelstrecken für das rasante Freizeitvergnügen zur Verfügung. Ein besonders beliebtes Ziel mit mehreren Routen ist die höchste Erhebung der Stadt: der fast 120 Meter hohe Kronsberg in der Nähe des Messegeländes. Weniger bekannt ist hingegen, dass direkt hinter dem Eisstadion am Pferdeturm in Kleefeld eine immerhin rund 80 Meter lange Strecke romantisch durch verschneite Bäume führt. Und an der Bernadotteallee zwischen Zoo und Lister Turm befindet sich ein Rodelberg, der zwar auf den ersten Blick nicht sonderlich imposant wirkt, dafür aber eine wirklich steile Schussfahrt ermöglicht.

Weitere Infos: www.rodelberge.de

Rodeln
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Eislaufen

Eisbären springen in die wogenden Wellen, Pinguine blicken neugierig aus den Fluten empor, Robben tummeln sich zwischen zerklüfteten Felsen – und direkt nebenan vergnügen sich Menschen in einer traumhaften Winterwunderlandschaft mit Schlittschuhlaufen oder Eisstockschießen. All das kann man in der kalten Jahreszeit im Erlebnis-Zoo Hannover beobachten. Bunte Buden und festlich beleuchtete Bäume machen die Winterromantik komplett. Insgesamt zog es in der letzten Saison mehr als 200.000 Besucher in den winterlichen Zoo, mehr als 43.000 von ihnen drehten ihre Runden auf der Open-Air-Eislaufbahn. Ganz klarer Vorteil im Vergleich zu anderen potenziellen Schlittschuhstrecken wie dem Maschsee: Die Bahn im Zoo hat eine Eisgarantie!

Weitere Infos: www.zoo-hannover.de

Ski im Deister

Skifahren und Hannover? Das scheint sich auf den ersten Blick auszuschließen. Klar, rund 100 Kilometer gen Norden gibt es mit dem Snow Dome in Bispingen eine schneesichere Skihalle – und in ähnlicher Entfernung gen Südosten lockt der Harz mit einem abwechslungsreichen Wintersportangebot. Doch auch in der Region Hannover selbst kann man sich tatsächlich auf Abfahrts- und Langlaufski sowie auf dem Snowboard austoben: Der Ski-Club Springe betreibt im Deister sowohl Downhill-Pisten als auch Loipen. Für Abfahrer stehen drei Strecken zur Verfügung. Die „Wiese“ ist mit einem fünfprozentigen Gefälle auf 250 Metern Länge und 80 Metern Breite hervorragend für Anfänger geeignet. Erfahrenere Skifahrer erfreuen sich an der „Waldabfahrt“, die rund 300 Meter lang und 70 Meter breit ist und ein Gefälle von durchschnittlich zwölf Prozent aufweist. Ebenfalls nur für fortgeschrittene Fahrer ist die „Steinbruch-Abfahrt“ mit einer Länge von etwa 400 Metern und einem Gefälle von durchschnittlich 15 Prozent.

Auch Langläufer kommen im Deister auf ihre Kosten: Für sie befinden sich zwischen dem Forsthaus Köllnischfeld und dem Ebersberg drei maschinell gespurte Loipen für den klassischen Stil, die zwischen zwei und sechs Kilometer lang sind. Da sie durch den Wald führen, sind sie weitgehend vor Sonneneinstrahlung und Verwehungen geschützt und gelten daher als besonders schneesicher, selbst wenn auf den alpinen Pisten schon keine Abfahrt mehr möglich ist. Die Benutzung der Loipen ist kostenlos.

Weitere Infos: www.skiclubspringe.de

Fitness

In anderen – vorzugsweise etwas wärmeren – Ländern sind Freiluft-Fitness-Stationen gang und gäbe. Berühmt sind etwa die Open-Air-Gyms in Kalifornien: Kaum ein Strandfoto von der amerikanischen Pazifikküste kommt ohne gut aussehende Menschen beim Workout aus. In Hannover gibt es zwar weder Strand noch Pazifik, dafür aber eine ganze Menge Fitness-Parcours. Sehr schön und etwas versteckt inmitten der Eilenriede gelegen ist die sogenannte Fitnesswiese. Zu finden ist das rund 500 Quadratmeter große Areal in der Nähe der Kleefelder Kaulbachstraße am Fahrradweg in Richtung Bischofshol. Umsonst und draußen können Besucher jeden Alters hier an verschiedenen Geräten nahezu jede Muskelgruppe trainieren. Insgesamt 17 nach den Regeln des Deutschen Sportbundes entwickelte Übungen werden auf Schildern detailliert erläutert. Zwar kann es immer mal passieren, dass die Besucher an einem Gerät ein wenig warten müssen. Dafür ist dann aber Zeit zum Austausch und für gegenseitige Tipps. Selbstverständlich lässt sich ein Besuch der Fitnesswiese auch hervorragend in eine Joggingrunde durch den Wald integrieren.

Weitere Infos: www.trimm-dich-pfad.com

Fitness und Springen
© Stocksy

Bouldern

Vor einem knappen Jahr eröffnete nach langer Planung der Deutsche Alpen-verein in Döhren seine Kletterhalle GriffReich. Und reich an Griffen ist sie tatsächlich: Etwa 6.500 Klettergriffe wurden auf einer Fläche von 1.200 Quadratmetern innen sowie auf 300 Quadratmetern außen verschraubt. Insgesamt ist die Halle 15 Meter hoch und bietet sowohl die Varianten Toprope als auch Vorstieg in verschiedenen Schwierigkeitsstufen – auf rund 130 Routen, auf denen bis zu 100 Kletterer gleichzeitig unterwegs sein können. Auch Boulder-freunde kommen im GriffReich auf ihre Kosten. Wer das Klettern und Sichern erst noch erlernen will, findet darüber hinaus ein großes Angebot an Einsteiger-, Aufbau- und Vorstiegskursen. Auch für Menschen mit Behinderung gibt es spezielle Kurse. Dabei sind Klettern und Bouldern wahre Workout-Wunder: Es gibt kaum eine Muskelgruppe, die dabei nicht trainiert wird, vor allem der Oberkörper mit der Rücken- und Bauchmuskulatur wird gestärkt. Und das auch noch auf eine besonders gesunde Art, da der Sportler automatisch immer im Verhältnis zum eigenen Körpergewicht trainiert.

Weitere Infos: www.griffreich.de

Rugby

In England gibt es ein populäres Sprichwort: „Fußball ist eine Sportart für Gentlemen, die von Raufbolden gespielt wird. Rugby hingegen ist eine Sportart für Raufbolde, die von Gentlemen gespielt wird.“ Tatsächlich kommen „Schwalben“, simulierte Verletzungen und Schiedsrichterdiskussionen beim Rugby so gut wie nie nicht vor. In Hannover – jener Stadt also, die im 18. und 19. Jahrhundert sogar den englischen König stellte – hat die britische Mannschaftssportart jedenfalls eine Tradition und Basis wie in kaum einer anderen deutschen Stadt. So gilt dann auch Hannover 78 als der erste Rugby-Verein Deutschlands überhaupt. Bis heute ist der Club einer der erfolgreichsten und spielt in der 1. Bundesliga Nord/Ost – wo er regelmäßig auf den ewigen Rivalen vom SC Germania List trifft. Auch der mit 20 deutschen Meistertiteln erfolgreichste Rugby-Verein stammt aus Hannover – allerdings tritt der TSV Victoria Linden derzeit in der 2. Bundeliga Nord an. Bei den drei erwähnten wie auch den anderen Rugby-Clubs der Stadt sind neue Spieler, gerade auch im Jugendbereich, immer willkommen und zum Probetraining eingeladen.

Weitere Infos: www.hannover78.dewww.germania-list.dewww.victoria-linden.de

Soccerhalle

Wenn das Wetter im Herbst schlechter und der Boden aufgrund dauerhafter Regenfälle matschig wird, verbringen viele Freizeitfußballer ihre Zeit lieber drinnen als draußen. Doch grundsätzlich muss dann niemand auf eine Runde Kicken mit den Kumpels verzichten, denn auch unter den verschiedenen Hallendächern ist ein munteres Spiel durchaus drin. Der Soccer Park in Wülfel bietet beispielsweise neun Soccer-Courts; im Soccer Park Langenhagen stehen noch einmal fünf weitere zur Verfügung. Da die Felder natürlich deutlich kleiner sind als klassische Outdoor-
Fußballplätze und zudem mit Bande gespielt wird, sind rasante Spielzüge und viel Action an der Tagesordnung. Das bedeutet natürlich auch – selbst wenn die Felder auf ein Fünf gegen fünf ausgerichtet sind –, dass pro Mannschaft durchaus mehr Spieler eingeplant werden können und sollten. Denn das temporeiche Spiel auf dem engen Platz lässt kaum Zeit zum Luftholen und führt selbst gut trainierte Sportler ziemlich schnell an die Konditionsgrenze. Da kommen häufigere fliegende Wechsel mit ausgeruhten Ergänzungsspielern durchaus gelegen. Geeignet sind die
Fußballhallen selbstverständlich auch für allerlei Gruppen- oder Firmen-Events sowie Kindergeburtstage.

Weitere Infos: www.soccer-racket-park.dewww.soccerpark-langenhagen.de

Fußball Zweikampf
© Designpeople

Bolzplätze

Was haben Fußballer wie Mesut Özil, Lukas Podolski oder Jérôme Boateng gemeinsam? Klar: Sie wurden alle mit dem DFB-Team 2014 in Brasilien Weltmeister. Und was noch? Sie alle begannen das Kicken im „Käfig“. Ganz gleich ob in Gelsenkirchen, Köln oder Berlin: Die ersten Tricks und Tempodribblings studierten die späteren Weltcup-Gewinner auf den Bolzplätzen der Bundesrepublik ein. Das Spiel zwischen Maschendraht und Stahlrohrtoren gilt vielen eben noch immer als die wahre Schule des sogenannten „Straßenfußballers“ – jener Typus des Ballartisten, der mit viel Spielwitz und nahezu instinktiv auf dem Platz für die besonderen Momente sorgt.

Denn während auf den Feldern des Vereinsfußballs feste Vorgaben in Sachen Abmessungen und Bodenbelag gelten, bieten Bolzplätze meist nur wenig Raum und einen harten Untergrund. Das macht das Spiel schnell und verlangt viel Bewegung, flotte Drehungen und filigrane Körpertäuschungen. Vergleichsweise hölzerne Mittel wie die Blutgrätsche verbieten sich hingegen von selbst – und zwar einerseits wegen des auf dem Bolzplatz großgeschriebenen Fair–Play-Gedankens und andererseits, weil sie auch beim grätschenden Spieler aufgrund des rauen Belags häufig zu Schmerzen führen. Auf insgesamt 147 Bolzplätzen im Stadtgebiet von Hannover können sich Kinder und Jugendliche nach Herzenslust austoben und an ihren fußballerischen Fähigkeiten feilen.

Das Besondere dabei: Erst im vergangenen Herbst hat die Stadtverwaltung alle Plätze auf ihre Verkehrssicherheit überprüft und in den folgenden Monaten bestehende Mängel behoben. Unter anderem gehörte auch Hannover 96 zu den Unterstützern der Sanierung im Rahmen der Kampagne „PROjekt Bolzplatz“. So flossen mehr als 10.000 Euro, die bei einem Benefizspiel zwischen 96 und dem FC Schalke 04 eingenommen wurden, in die Sanierung. Einem fröhlichen – und sicheren – Freizeitkick steht nun also nichts mehr im Weg.

Weitere Infos: www.spielplatznet.de