„DER LIEBSTE WINTERSPORT DER MÜNSTERANER? AUCH BEI SCHNEE UND EIS DAS FAHRRADFAHREN!“

Fast täglich kommt in Münster ein neuer Sporttrend dazu. Gut, dass unser Scout Marvin Wanders den Überblick behält und weiß, welche Aktivitäten auch im Winter Spaß machen. Für Indoor-Sportler ist zum Beispiel „Padel“ als Action­sport spannend. Kennen Sie nicht? Dann blättern Sie einfach weiter. Wanders kennt sich bestens aus in Münster und führt mit zehn Tipps durch die kältere Jahreszeit. Der freiberufliche Texter und studierte Kommunikationswissenschaftler fährt sehr gerne Ski, doch noch viel lieber steht er auf dem Surfbrett oder dem Fußballplatz. Und da er weitestgehend ortsunabhängig arbeiten kann, entflieht er der kalten Jahreszeit ab Januar sogar regelmäßig gen Asien oder Südamerika. Worauf er sich allerdings schon ab Mai freut, ist der Dezember in Münster: die heimelige Atmosphäre des Weihnachtsmarktes, die vielen bekannten Gesichter und der wärmende Glühwein, die Vorfreude auf die Feiertage mit der Familie – und manchmal sogar ein Spaziergang auf dem zugefrorenen Aasee bei kalter, herrlich klarer Luft. Einfach die schönste Zeit des Jahres!

Nordic Walking

Nordic Walking: Schon der Name deutet an, dass dieser Sport nicht nur für warmes Klima geeignet ist. Aber spricht tatsächlich nichts dagegen, sich im kalten Winter nach draußen zu wagen? „Nein“, sagt Professor Klaus Bös, Vorsitzender des Deutschen -Walking-Instituts, „ich persönlich finde Walking bei kühleren Temperaturen angenehmer, als wenn es zu warm ist.“ Erst ab minus 15 Grad Celsius kann die Luft beim Einatmen unangenehm kalt werden – das kommt in der Region Münster selten vor. Daher überwiegen die gesundheitlichen Vorteile: Durch die Bewegung an der frischen Luft werden viele Muskelbereiche trainiert, wird das Immunsystem gestärkt und der Stress abgebaut. Um die richtige, gelenkschonende Technik zu erlernen und weil Nordic Walking in der Gruppe mehr Spaß macht, bietet sich ein Kurs an. In Münster zum Beispiel beim Verein für Gesundheitssport & Sporttherapie (VGS) oder bei Christoph Schütz, Karstadt Sports-Mitarbeiter und zertifizierter Nordic-Walking-Instructor.

Weitere Infos: Kontakt Christoph Schütz: 0157-34 318 637, VGS: www.vgsmuenster.de

Laufen im Winter
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Silvesterlauf

Ein Ziel, auf das man hinarbeitet, ein krönender Abschluss in Sichtweite – so etwas motiviert jeden, auch im sportlichen Bereich. Ein solches Finale bieten die Laufsportfreunde Münster mit ihrem jährlichen Silvesterlauf am 31. Dezember 2017 bereits zum 29. Mal. „Jedes Jahr starten rund 1.500 Läuferinnen und Läufer an der Sportanlage Sentruper Höhe, um das Jahr sportlich zu beenden. Wir laufen drei, fünf oder zehn Kilometer, Walker fünf. So kann jeder selbst entscheiden, ob er es eher wettkampforientiert oder ‚just for fun‘ angeht“, sagt Michael Holtkötter, Vorstandsmitglied der Laufsportfreunde Münster.

Weitere Infos: www.lsf-muenster.de

Eishalle

Die Eishalle an der Steinfurter Straße ist mittlerweile Geschichte: Jahrelang war der dortige Eispalast eine münstersche Institution, Bürger starteten sogar eine Petition gegen den Abriss. Besonders bei den jungen Besuchern flossen Tränen, als er Anfang 2016 dennoch seine Pforten schloss. Doch Eislaufen kann man in Münster nach wie vor, nun eben in rund 800 Metern Luftlinie am Germania Campus an der Grevener Straße. Auf den rund 700 Quadratmetern des gefrorenen Sees im Zentrum des Campus können Schlittschuh-Fans von Ende November bis Ende Februar unter freiem Himmel über die Eisbahn flitzen. Zwei Stunden kosten drei bis fünf Euro, für das Leihen von Schlittschuhen kommen noch einmal vier Euro dazu.

Weitere Infos: www.facebook.com/winterzeit.ms

Bürogolf

Im Winter ist manchmal Umdenken gefragt. Und so kommt es vor, dass kreative Köpfe traditionelle Outdoor-Sportarten kurzerhand in überdachte Gefilde verlegen – wie zum Beispiel Golf. Heißt dann: Bürogolf. „Wir haben die positiven Eigenschaften des Golfsports domestiziert und ihn im wahrsten Sinne des Wortes ‚salonfähig‘ gemacht”, sagt Thorsten Dreps, der Bürogolf in Münster anbietet. „Dieser ‚Salon‘ muss nicht unbedingt ein Büro sein. Wir spielen überall, wo der mobile Golfparcours hinpasst: Vom Fußballstadion übers Freilichtmuseum bis hin zum Zoo hatten wir schon alles dabei.“ Bis zu 45 Teilnehmer können an den Events teilnehmen. Dafür bleibt man doch ausnahmsweise gerne mal länger im Office.

Weitere Infos: www.buerogolf-deutschland.de

Rodeln
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Padel

Wer sich für Tennis oder die typisch münstersche Sportart Speckbrett begeistert, sollte sich auch einmal im Padel versuchen, der perfekten Racketsport-Alternative für den Winter: sehr leicht zu erlernen und nicht nur deshalb enorm im Kommen. Padel ist eine dynamische Mischung aus Tennis und Squash – und eine der Trendsportarten, die weltweit am schnellsten wachsen. Mitte der 1960er-Jahre in Mexiko erfunden, schaffte Padel rund zehn Jahre später den Sprung nach Europa. In Spanien hat sich der Sport mit über 300.000 Padel-Courts bereits etabliert. Nun auch im Münsterland?

Die Chancen stehen gut, denn Padel ist einfacher als Tennis und benötigt weniger Kraft und Technik. Damit ist es ein Sport für jedes Alter, der rasche Erfolgserlebnisse verspricht. Aber auch für Profis ist das Spiel mit dem kurzen, paddelähnlichen Schläger, der dem Spiel seinen Namen verleiht, mittlerweile zur Alternative geworden. „Padel verbindet auf wirklich tolle Weise die Vorzüge von Squash und Tennis“, sagt Benedikt Dorsch, ehemalige Nummer 130 der Tennis-Weltrangliste. Gespielt wird der kommunikative Sport ausschließlich im Doppel. Der 10 x 20 Meter große Court ist von einem Käfig umgeben, dessen Wände die Padel-Spieler mit ins Spiel einbeziehen. Das Resultat sind längere Ballwechsel und mehr Spielspaß. In Münster lässt sich Padel seit 2017 in der Soccer-Halle Rummenigge nähe Berg Fidel testen. Eine 45-Minuten-Einheit kostet pro Spieler fünf bis sieben Euro.

Weitere Infos: www.dpv-padel.dewww.soccer-halle.de/padel-tennis

Cycling

Triathleten und Rennradfahrer sind in der Regel hart im Nehmen. Wenn es aber in der dunklen Jahreszeit draußen so richtig nass und kalt wird, haben nur die wenigsten Lust, fröstelnd in die Pedale zu treten. Eine Alternative im Warmen und Trockenen, die unter Fitness- und Ausdauersportlern immer beliebter wird: das Indoor-Cycling. Pulsierende Beats im Hintergrund und das gemeinsame Radeln in der Gruppe als zusätzlicher Motivator – das Work-out macht Spaß, powert aus und ist gut für das Herz, den Kreislauf und die Figur. Und es ist natürlich sehr gelenk-schonend. Die meisten Fitness-Studios in Münster bieten Cycling-Kurse an, oft mit großer Leinwand, auf der die Radler virtuelle Landschaften durchfahren. Sie heißen „Big Sur Pacific Trip“, „Valley Of Fire“ (McFit), „Fatburner“ und „Energy Cycling“ (Fitness First) oder schlicht „Indoor-Cycling“ (Power Sports, Hochschulsport). Sie alle sind für jedes Fitness-Level geeignet. Denn da die Schwierigkeitsstufe am Rad individuell einstellbar ist und während des Trainings verändert werden kann, kann jeder sein Leistungslevel individuell -bestimmen.

Weitere Infos: www.power-sport.de/Hochschulsport, www.injoy-muenster.de

Zumba

Zumba kommt durch einen Hinterhalt – und das ist absolut positiv gemeint. Denn das Zumba-Training ist eine Art verstecktes Workout: Man merkt vor lauter schweißtreibendem Spaß kaum, wie man sich anstrengt und dabei die Fitness auf Vordermann bringt. Verantwortlich dafür ist die kraftvolle Musik, durch die sich eine Stunde Zumba eher wie ein energetisches Tanzevent anfühlt. Eine spielerische Art, um fit zu werden. Einfach zu lernen, sehr effizient und für jedes Alter geeignet. Deshalb gibt es auch in Münster unzählige Angebote, zu Zumba-Rhythmen seine Kalorien herauszuschwitzen. Die meisten Fitness-Studios, einige Tanzschulen, der Hochschulsport und sogar die Volkshochschule bieten Kurse an. Da viele Bewegungen aus der Hüfte kommen, werden besonders Rücken- und Gesäßmuskulatur gestärkt. Dabei verbrennt man je nach Typ 500 bis 700 Kalorien pro Stunde. Erfunden wurde Zumba übrigens in Kolumbien: Der Aerobic-Trainer Alberto Pérez hatte in den 1990er-Jahren bei einem Kurs die Musik vergessen und musste mit Salsa-Kassetten aus seinem Pkw improvisieren. Seine Schüler waren begeistert, Zumba war geboren.

Infos und Termine: www.zumba.com

Fitness und Springen
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Football

Ein wenig deutsche Ordnung muss dann doch sein. Wer sich entschließt, ein Mammut zu werden, muss zunächst schriftlich bestätigen, dass er den fünfseitigen Ehren- und Verhaltenskodex gelesen und akzeptiert hat. Schließlich möchten die American Footballer der Münster Mammuts nicht mit rüpelnden Rowdies in Verbindung gebracht werden, wie man sie aus US-Highschool-Filmen kennt. „Damit hat unser Sport wirklich nichts zu tun. Früher galt Football sogar als elitärer Gentleman-Sport“, sagt Sascha Krotil. Der 36-jährige Ex-Bundesligaspieler ist Headcoach der 1983 gegründeten Mammuts, eines der ältesten Football-Teams in Deutschland. „Das Schöne ist, dass jeder mitmachen kann: In der Defensive brauchen wir natürlich auch mal richtige Brecher, als Running Backs auf Außen aber eher kleine, wendige Spieler. Und Quarterbacks sind meist intelligente Strategen“, so Krotil. Unter den 30 bis 70 Spielern, die regelmäßig am Training teilnehmen, ist auch ein 50-Jähriger.

Der Winter sei der ideale Zeitpunkt, um zu testen und einzusteigen: „Unsere Vorbereitung beginnt immer ab Oktober, November. Schutzausrüstung haben wir da. Wer Spaß und Sportsachen mitbringt, ist beim Training herzlich willkommen.“

Weitere Infos: www.mammuts.com

Hobbyliga

Lust auf regelmäßiges Kicken unter Wettkampfbedingungen – aber nicht auf Vereinsfußball? So geht es vielen Amateuren. Zum Glück bietet Münster diverse Möglichkeiten, sich auch ohne regelmäßiges Training im Ligabetrieb zu messen. Zum Beispiel in der selbst organisierten Bunten Liga Münsterland: Seit 2007 kämpfen zehn Teams in der Coerheide-Arena in Münsters Norden ums runde Leder. Gespielt wird zweimal 35 Minuten auf Rasen oder Asche, wobei alle Begegnungen eines Spieltages nacheinander ausgetragen werden. Teamnamen wie Hangover
96 oder Graswurzeltornados zeigen, dass der Spaß im Mittelpunkt steht. Eine Randnotiz beweist, dass die Liga wirklich bunt und für alle offen ist: Vor ein paar Jahren versuchte sich mit Draußen! 05 die erste Obdachlosenmannschaft in der Bunten Liga. Leider nur eine Saison lang und mit überschaubarem Erfolg: Nach 13 Niederlagen in Serie und einem Torverhältnis von minus 68 zog die Mannschaft schnell die sportliche Reißleine.

Auch als Hobbyliga, aber auf fußballerisch höherem Niveau bewegt sich die Freizeitliga Münster 2. Weg. Und das schon seit 1967, als sie in einer Bahnhofsgaststätte in Münster-Hiltrup gegründet wurde. „Das ist bislang noch keiner Hobbyliga gelungen, sich 50 Jahre zu halten. Wahrscheinlich in ganz Deutschland nicht“, erzählt Thomas Weber, Liga-Geschäftsführer und Betreuer beim aktuellen Meister und Liga-Urgestein ZöliBad, nicht ohne Stolz. Da derzeit nur sechs Teams um die Meisterschaft spielen, steht die Idee im Raum, mit der Bunten Liga zu fusionieren. Eine dritte Möglichkeit für Hobbyfußball mit Wettkampfcharakter bietet der Betriebssportverband Münster e. V. – sogar mit zwei Ligen: In der A-Klasse treten unter anderem die Mannschaften des UKM, des LWL der LBS an, in der höheren der beiden, der Stadtklasse, die Provinzial, die Sparkasse und die Stadtwerke.

Infos unter: www.bunteliga-ms.dewww.facebook.com/freizeitligamuensterwww.bsv-muenster.de/BSV

Fußball Zweikampf
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Federfussball

Sucht man nach dem Ursprung des Fußballsports, stößt man je nach Quelle auf verschiedene Frühformen, bei denen es mitunter recht wild zuging: das „Ulama“ der Mayas (1500 v. Chr.), das „Harpastum” in Italien (200 n. Chr.) oder spätestens Rugby im England des 19. Jahrhunderts. Die älteste Form war aber wohl das „Ts’uh küh“ in China: Bereits 3000 Jahre v. Chr. trat man im Reich der Mitte einen Ball („küh“) mit dem Fuß („Ts’uh“).

Hier liegen vermutlich auch die Wurzeln des Federfußballs, einer Sportart, die sich im heutigen China unter dem Namen „Jianzi” größter Beliebtheit erfreut. Und: die sich perfekt für den Winter eignet. Gespielt wird auf einem Badmintonfeld mit einem leichten Federfußball. Dieser besteht aus einem Gummifuß und einem Federteil und bringt mit rund 15 Gramm weniger als so mancher Schokoriegel auf die Waage. Die Teams zählen je drei Spieler, aber auch Einzel oder Doppel sind möglich. Peter von Rüden, ein Ingenieur aus Hagen, brachte Federfußball 1984 von einer China-Reise mit nach Deutschland. Ansprechpartner in Münster ist der ehemalige Federfußball-Nationalspieler Thomas Müntefering, der sowohl die Trainingsgruppen der Turngemeinschaft Münster als auch des Hochschulsports leitet (t.muentefering@gmx.net).

Weitere Infos: www.tg-muenster.dewww.muenster.hochschulsport-nrw.de