Den Überlebenskampf seines Vereins begleitet Pascal Doll seit Jahren. Ob Asche oder Kunstrasen: Jetzt geht es ums Ganze!

E

r ist der vielleicht letzte Präsident des Fußball-Kreisligisten DJK Dellwig 1910. Pascal Doll wurde 2014 in sein Amt als Vereinsvorstand gewählt und ist seitdem nur damit beschäftigt, irgendwie die Zukunft seiner Dellwiger zu sichern. Jetzt stehen entscheidende Wochen an: Wird der Traditionsklub aus dem Essener Nordwesten weiterhin bestehen, oder rollt bald kein Ball mehr auf der Anlage am Scheppmannskamp? Dem klammen Verein droht das Aus, der Mitgliederschwund ist kaum noch aufzuhalten. Der Grund: Die umliegenden Vereine spielen auf Kunstrasen, in Dellwig gibt es nur die alte, harte Ruhrpott-Asche.

„Ich gebe alles dafür, dass wir endlich den Kunstrasen bekommen“, sagt Doll. Unzählige Gespräche mit der Stadt und mit dem Lokalrivalen RuWa Dellwig liegen hinter ihm. Die Stadt spendiert ihrem Stadtteil nur einen Kunstrasenplatz, entweder am Scheppmannskamp oder an der Levinstraße bei RuWa. Der Platz muss also nicht nur mit dem anderen Verein geteilt, sondern eine Anlage auch geschlossen werden. Eine Bürgerinitiative wehrt sich aktuell gegen den Bau eines neuen Platzes bei der DJK Dellwig. Das könnte das Aus für den Verein bedeuten. „Wenn der Kunstrasen nicht gebaut wird, dann kann ich bald nur noch die Kette vor die Sportanlage hängen“, bedauert Doll.

Nur vier Jugendmannschaften hat sein Verein momentan, weshalb auch die sportliche Zukunft ungewiss ist. Ein neuer Platz, mit neuen Kabinen und neuer Ausstattung, könnte wieder Kinder aus der direkten Umgebung anlocken. „Das wäre für den Stadtteil sehr wichtig. Die Jungs würden sich wohlfühlen und könnten sich wieder mehr mit dem Verein und Dellwig identifizieren. Unsere Anlage ist von 1954 und hat sicherlich ihren Charme, aber das reicht irgendwann nicht mehr“, betont Doll.

Seit sechs Jahren kämpft der Verein, der direkt am Rhein-Herne-Kanal liegt, um den neuen Untergrund. Pascal Doll ist immer mittendrin. „Ich bin DJK Dellwig durch und durch. Seit ich drei war, spiele ich hier. Nur ein Jahr habe ich ausgesetzt, da war ich bei der Bundeswehr. Wir hatten immer mindestens zwei Mannschaften in jedem Jahrgang, heute leider nur noch insgesamt vier. Wir brauchen die Jugend unbedingt. Dass ein neuer Platz herkommen soll, wäre das Nonplusultra für uns. Dafür geben wir alles, ansonsten können wir unsere Zukunftspläne getrost in der Schublade lassen.“

Da der DJK Dellwig das Geld fehlt, um eigenständig einen neuen Platz zu bauen, ist sie auf die Stadt angewiesen. Die will sich bald entscheiden, doch bis dahin müssen Pascal Doll und die Vereinskollegen noch zittern. Er sagt: „Wir wollen Anfang April ein Abschiedsfest für unsere Asche feiern. Ich hoffe, das klappt, sonst bin ich der letzte Präsident der DJK Dellwig gewesen.“

Weitere Infos unter: www.dellwig10.de

Aufmacherfoto © Thorsten Tilmann