Der Konstanzer Paul Berg ist mit Leib und Seele Snowboarder. Sein nächstes großes Ziel: Olympia 2018 in Südkorea

Halbe Sachen sind nichts für den Konstanzer Snowboarder Paul Berg. Er hat’s versucht: halb trainieren, halb Mechatronik studieren. „Ich habe schnell gemerkt, dass das nicht funktioniert“, sagt er. Also konzentrierte er sich wieder voll und ganz auf den Snowboardcross. Ein Weltcup-Sieg im Team 2013 und einer im Einzel 2014 plus die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen im selben Jahr in Sotschi zeigen, dass diese Entscheidung nicht verkehrt war. Daran knüpft der 26-Jährige jetzt an und hat in diesem Herbst und Winter nur ein Ziel vor Augen: Olympia 2018 im südkoreanischen Pyeongchang.

Olympia? Das kannte der kleine Paul nur aus dem Fernsehen, als er mit acht Jahren das erste Mal auf einem Snowboard stand – in Skischuhen natürlich. „Ich bin da so reingerutscht“, erinnert er sich. Auf den Anfängerkurs folgte der Fortgeschrittenenkurs, dann ein Freestylekurs. Und schon ging es los mit der Sportlerkarriere: „Mein Snowboardlehrer hat mich zu Rennen mitgenommen, bei denen ich den Trainer der Junioren-Nationalmannschaft kennengelernt habe.“ Berg gehörte zu einer kleinen Gruppe von Snowboardcrossern, die diesem Sport aus den Kinderschuhen halfen. Mit 17 Jahren wechselte er auf das Ski-Internat im bayerischen Oberstdorf und nahm parallel am Europacup teil.

„Seit meinem Abitur habe ich eigentlich nichts anderes mehr gemacht als Snowboarden“, sagt er, und es klingt nicht so, als würde ihm deshalb etwas im Leben fehlen. Im Gegenteil: „Ich genieße es sehr, dass ich meiner Passion so voll und ganz folgen kann.“ Das gilt umso mehr seit seinem Versuch, zwischen all die Einheiten von Krafttraining, Ausdauertraining, Geschwindigkeitstraining und Wettkämpfen ein Mechatronik-Studium zu pressen. Aktuell ist er Sportsoldat bei der Bundeswehr. Damit er sich ganz auf den Sport konzen­trieren kann, ist er vom Dienst freigestellt. Dem Stabsunteroffizier fehlt nur noch ein Lehrgang, dann steigt er zum Feldwebel auf. „In diesem Jahr wird das nicht mehr klappen, Olympia geht vor“, macht der ehrgeizige Wintersportler seine Prioritäten klar.

Die Qualifikationsrunden haben Anfang Oktober gestartet und dauern bis Mitte ­Januar. „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich in Pyeongchang dabei sein werde. Aber bis dahin muss ich noch hart trainieren“, sagt Paul Berg entschlossen. Das mit den halben Sachen ist eben nach wie vor nicht so sein Ding.

Weitere Infos unter: www.paul-berg.de