Er will die Nummer eins der Welt werden. Tennis-Talent Rudi Molleker (17) träumt von Wimbledon – und gibt alles, damit dieser Traum wahr wird.

Rudolf Molleker ist gerade mal 17 Jahre alt, besitzt aber schon das Rundum-sorglos-Paket eines echten Tennis-Stars: eigene Homepage, Facebook-Seite, Sponsorenverträge, Trainer, Betreuer, Berater. Presseanfragen werden dieser Tage freundlich, aber doch bestimmt vom Management abgelehnt. Der Rudi, so heißt es, müsse sich voll auf seine Karriere konzentrieren. Und vermutlich ist das der richtige Weg, denn Tennis ist ja immer auch Kopfsache.

Geboren wurde Rudi Molleker 2000 im ostukrainischen Sjewjerodonezk. Die Familie zog 2003 nach Oranienburg, nördlich von Berlin. Die Mutter arbeitet bis heute als Zahnärztin, der Vater, der früher ein Lebensmittelgeschäft führte, kümmert sich um die sportliche Karriere seines Sohnes. Und da gibt es allerhand zu tun, denn Rudi Molleker gilt als kommender Alexander Zverev. Das sagen zumindest die Experten. Die Lokaljournalisten denken noch eine Nummer größer. „Ist das unser neuer Boris?“, fragte die „Berliner Zeitung“ schon vor zwei Jahren, und der RBB strahlte eine Dokumentation unter dem Titel „Von Oranienburg nach Wimbledon“ aus. Molleker, der Junge aus Oranienburg, tritt nicht auf die Euphoriebremse. „Ich möchte die Nummer eins der Welt werden“, sagt er. Sein großes Vorbild? Na klar, der Beste aller Zeiten: Roger Federer.

Mollekers Selbstbewusstsein ist allerdings nicht unbegründet, schließlich gibt es in seiner Altersklasse keinen besseren deutschen Spieler. Er wurde im Einzel U14-Europameister, und mit dem Nationalteam holte er die Weltmeisterschaft. Er trainierte unter Ex-Profi Nicolas Kiefer und ein Jahr lang mit Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann. Aktuell steht Molleker in der Jugend-Weltrangliste auf Platz 23 und bei den Herren auf Rang 576.

Seit Jahren jettet der junge Berliner schon um die Welt. Mailand, Kairo, Paris, Hamburg. 2017 Jahr nahm er sogar an den Juniorenrunden der Grand Slams teil. Für den großen Triumph langte es allerdings nicht, Molleker schied in Wimbledon in der zweiten Runde aus. Bei den French Open war sogar schon nach der ersten Runde Schluss.

Im Tennis entscheiden Nuancen über Karrieren. Ein Netzroller zur richtigen Zeit am richtigen Ort, ein Vorhand-Return auf die Linie im Tiebreak. Und Molleker, das darf man nicht vergessen, ist noch ein Kind. Aber trotzdem fragten sich die Experten plötzlich: Ist das wirklich der neue Boris? Der alte Boris, der schon mit 17 Wimbledon gewann, sah nun die Zeit gekommen, ein wenig Druck von dem Jungen zu nehmen. „Wir haben ein paar Talente, er gehört dazu“, sagte er. „Ich werde ihn aber nicht zu sehr loben, das tut nicht gut. Ich weiß, wovon ich rede.“

Weitere Infos: www.rudi-molleker.de