Wandern wird immer beliebter, gerade auch bei jungen Menschen. Häufig erreichen mich Fragen wie „Worauf muss ich bei meiner ersten Wanderung achten?“, „Was sind die Basics?“ oder „Wie lange sollten die Routen am Anfang sein?“. Daher kommen hier jetzt 8 Tipps für Einsteiger, auf die man achten sollte, wenn man mit dem Wandern beginnt.

1. Die richtige Route – fang langsam an

Als Wandereinsteiger solltest du mit einer anfängerfreundlichen Tour starten. Das heißt du solltest deine erste Wanderroute nicht direkt mit 20 Kilometern oder mehr und vielen Höhenmetern starten. Das hat absolut keinen Sinn und du wirst sofort den Spaß am Wandern verlieren.

Auch, wenn du Sport treibst ist Wandern noch mal eine andere Belastung für deinen Körper, an die du ihn erst langsam gewöhnen musst.

Such dir am besten eine Tour ganz in deiner Nähe raus, um erstmal herauszufinden, ob das Wandern überhaupt das richtige für dich ist. Beginne mit einer kürzeren Strecke die zwischen 5-10 Kilometern beträgt und wenige Steigungen enthält. Die reine Gehzeit betägt hier ca. 2-3 Stunden. Dazu kommen noch die Pause, das reicht für den Anfang.

2. Vergiss nicht genug zu essen und zu trinken

Proviant ist wichtig. Du solltest immer genug Wasser dabei haben und je nach länge der Wanderung auch etwas zum Essen. Ich nehme gerne etwas herzhaftes wie belegte Brote, etwas Obst und Riegel mit.

Ein echter Geheimtipp sind Gummibärchen. Sie können dir kurzfristig schnell einen echter Energieschub verpassen, falls du schlapp und müde bist.

3. Die richtigen Socken und Schuhe

Die Wanderschuhe sind das essentiellste Teil eines Wanderers. Daher müssen diese Schuhe wirklich mit Bedacht gewählt werden.

Für den Anfang ist es erstmal zweitrangig, ob du Sportschuhe oder andere Schuhe wählst – da du am Anfang vermutlich eher mit weniger Gepäck und auf befestigten Wanderwegen unterwegs bist. Das wichtigste ist, dass sie gut eingelaufen sind, damit du keine Blasen bekommst! Falls es doch zu ersten Anzeichen einer Blase kommt, solltest du diese sofort mit einem Blasenpflaster abkleben.

Sobald du häufiger Wandern gehst, sind hochwertige Wanderschuhe zu empfehlen. Auf schwierigen, bergigen Wegen bieten sich knöchelhohe Wanderstiefel mit gutem Profil an. Auf langen, ebenen Strecken sind oftmals leichtere Laufschuhe besser. Hierzu lässt du dich aber am besten von einer Fachkraft beraten!

Ebenfalls empfehle ich dir Wander- oder Sportsocken! Diese sind oftmals atmungsaktiv und frei von Nähten. Dadurch reiben sie weniger an den Füßen und die Gefahr der Blasenbildung wird minimiert.

4. Die richtige Ausrüstung ist wichtig

Neben Schuhen und Socken spielt natürlich auch deine Kleiderwahl eine große Rolle. Am besten wendest du das Zwiebelprinzip an, schon bist du für alle Wetterlagen gerüstet. Hierbei solltest du zu Funktionskleidung greifen, hiermit ist es angenehmer, gerade beim Schwitzen.

Der Rucksack ist natürlich genauso essentiell wie die Wanderschuhe, um Rücken und Schultern nicht falsch zu belasten. Hierzu solltest du dich ebenfalls von einer Fachkraft beraten lassen. In deinem Rucksack sollte auf jeden Fall genug Platz für Verpflegung und Trinken sein. Häufig wird einem beim Wandern auch warm und man will seine Jacke/Pullover ausziehen und im Rucksack verstauen. Für eine mehrstündige Tagestour bietet sich daher ein Tagesrucksack mit ca. 15 Liter Volumen an.

5. Checke die Wettervorhersagen

Immer den Wetterbericht am Vortag oder am morgen zuvor checken. Denn Wandern bei sehr schlechtem Wetter, starken Wind oder Hitze macht ohne die richtige Ausrüstung und Kleidungswahl keinen Spaß (siehe Punkt 4).

Als Anfänger würde ich dir generell empfehlen einen milden trockenen Tag zum Wandern auszusuchen.

6. Verlauf dich nicht – Orientierung in der Natur

Suche dir für deine ersten Touren eine Route aus, die ausgeschildert ist. Zusätzlich empfehle ich dir die Route über eine Wanderapp auf dein Handy zu laden. Falls der Weg mal nicht ausgeschildert ist, kannst du dich am GPS orientieren. Ich nutze hierfür die App outdooractive.

7. Respektiere die Natur

Wir vergessen oft, dass wir Teil der Natur sind und sie nicht unser Besitz ist. Daher solltest du sorgsam mit ihr umgehen. Die Natur sollte nicht durch die Anwesenheit von Menschen beeinflusst oder blastet werden. Das bedeutet:

  • Lasse deinen Müll nicht liegen! Am besten du nimmst eine Tüte für den Müll mit und entsorgst ihn zu Hause.
  • Verhalte dich ruhig und versuche Lärm zu vermeiden. Das bedeutet jetzt natürlich nicht, dass du dich nicht Unterhalten darfst und nur flüstern sollst. Aber die Nutzung eines Ghettoblasters beispielsweise wäre eher unangebracht.
  • Mache keine Pflanzen kaputt. Natürlich lässt es sich nicht vermeiden, dass man beim Wandern auch auf Pflanzen tritt. Jedoch solltest du keine Äste abreisen oder Blumen pflücken.

8. Und das Wichtigste – hab Spaß!

Spaß ist das A und O! Zwinge dich nicht dazu .. In diesem Sinne, raus mit dir!

Wenn du all diese Punkte beachtest steht deiner Wanderung nichts mehr im Wege! 🙂

Worte unserer Gastautorin:

Marie-Lina aka @_marielina auf Instagram

Falls du dich fragst, wer hinter diesem Beitrag steckt: Mein Name ist Marie-Lina, ich bin 26 Jahre jung und liebe jegliche Art von Bewegung, am liebsten draußen. Neben dem Laufen und dem Crossfit habe ich es mir zur Aufgabe gemacht die Welt zu bewandern. Ganz egal ob über Berge, um Seen oder Weitwanderwege, wie beispielsweise der Jakobsweg – das sind die Orte an denen ich mich am wohlsten fühle. Vielleicht kann ich dich ja mit meiner Vorliebe für’s Wandern ein bisschen anstecken. ☺️